Leuchtende Liebesgabe

Zarter Granatring des Rokoko mit Diamanten in Gold & Silber, um 1780

Heute assoziieren wir mit Granatschmuck hauptsächlich die typischen Sterne und Blüten des Historismus, dunkel glühend aufgefasst mit zahllosen tiefroten Granatrosen. Doch bereits im späten 18. und frühen 19. Jahrhundert war der Granat einer der beliebtesten Schmucksteine – hier jedoch nicht als Rose, sondern üblicherweise im Tafelschliff. Man liebte intensive Farben zu dieser Zeit, und der Granat entsprach dieser Mode. Im hier vorliegenden Ring des späten 18. Jahrhunderts ist ein solcher Granat im Tafelschliff zum Höhepunkt und Schaustück des Entwurfs geworden. Seine besondere Wertschätzung zeigt sich bereits darin, dass ihn funkelnde Diamanten begleiten. Er ist in eine rückseitig geschlossene Fassung gesetzt, sodass sein Funkeln noch einmal verstärkt wird. Der Ring ist ausnehmend fein, ja delikat gearbeitet. Der Goldschmied hat jede Möglichkeit genutzt, um das in zarten Bögen und Schwüngen geformte Gold zu gravieren. Selbst die Rückseite der Fassung des Granates ist mit einem Streifenmuster verziert. Die Ringschiene dann ist nicht weniger aufmerksam geformt. Kleine Bögen und C-Schwünge geben ihr Halt und lösen sie zugleich in eine filigrane Struktur auf, welche schöne Effekte von Licht und Schatten bietet. Ringe wie der hier vorliegende wurden hauptsächlich am Tage getragen. Zum Abend hin wechselte man dann zu Diamantschmuck. Trotz seines Altes ist der Ring erstklassig erhalten. Dass er stets in Ehren gehalten wurde zeigt eine Gravur im Innern: Dort lesen wir „15. Juli 1885“ – offenbar wurde der Ring rund 100 Jahre nach seiner Entstehung erneut verschenkt, vielleicht als Verlobungsring. Heute, noch einmal gut 140 Jahre später, könnte es erneut soweit sein..? Zur Datierung hilfreiche Ringe finden sich abgebildet z.B. bei Ginny Reddington Dawes / Olivia Collings: Georgian Jewellery 1714-1830, Woodbridge 2007, S. 32 .

Das Rokoko, die höfische Welt der Eleganz und des Luxus strahlten nicht nur zum Ende des 18. Jahrhunderts von Frankreich aus in die Welt. Auch nach dem Ende des Ancien Régime in der französischen Revolution erlebte diese Kunst der Leichtigkeit und des verfeinerten Geschmacks immer wieder neue Moden. Zum Ende des 19. Jahrhunderts wurden etwa in Wien die Räume Sissis und Franz-Josephs in der Hofburg im Rokokostil dekoriert, auch entstand ebenso ein Appartement für dieselbe Kaiserin in Venedig: Das KuK Königtum konnte sich so als das neue Reich eines Sonnenkönigs verstehen. In den 1920er Jahren erlebte die Welt dann noch einmal eine Rokokobegeisterung. Während anderswo das Art Déco begann seine Erfolge zu feiern, entstanden in den USA ebenso wie in Europa erneut Raumausstattungen in diesem Stil. Gerade für das Schlafzimmer einer Dame, für Gartenpavillions und elegante Festsäle bot sich diese Formensprache so sehr an, dass sie zahlreich Verwendung fand. Als Traumland der Schönheit und des galanten Amüsements blieben die Jahre des späten 18. Jahrhunderts somit lange im kollektiven Gedächtnis. Noch Cole Porter versetzte den Protagonisten seines in den späten 1930er Jahren in New York uraufgeführten Musicals „Du Barry was a Lady“ an den Hof Ludwigs XV: Liebesaffären, kostbarer Schmuck, hohe Perücken und beschwingte Musik kombinierten sich hier zu einem Wirbelwind ebenso amüsanter wie eleganter Unterhaltung.

Wir möchten, dass Sie zu 100% zufrieden sind! Daher begutachten, beschreiben und fotografieren wir alle unsere Schmuckstücke mit größter Sorgfalt.

Bei unseren Bewertungen des antiken Schmucks können Sie sich auf unsere jahrelange Erfahrung im Handel sowie unsere Expertise als studierte Kunsthistoriker verlassen. Als Mitglied in verschiedenen Händlerorganisationen sowie der britischen Society of Jewellery Historians haben wir uns hier zu größter Exaktheit verpflichtet. In unseren Beschreibungen weisen wir stets auch auf etwaige Altersspuren und Defekte hin, die wir auch in unseren Fotos nicht verbergen - damit Sie, wenn unser Paket zu Ihnen kommt, keine unangenehmen Überraschungen erleben müssen.

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