Liebe und Galanterie

Zierliche Brosche mit Mondstein, Diamanten & Perlen, um 1895

In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts scheute man sich nicht mehr, auf die verspielten Formen des Rokoko zurückzugreifen und so eine ideelle Verbindung zur prachtliebenden Ära des Ancien Regime herzustellen. Ausgegangen war diese Bewegung nicht zuletzt von Frankreich aus, wo Napoleon III. zur Zeit des Second Empire (1852-1870) zu Zwecken der Legitimierung an die lange französische Kunst- und Architekturgeschichte anknüpfte. Seine Ehefrau, Kaiserin Eugénie, war für ihren exklusiven Schmuck bekannt, darunter mit Schleifen bekrönte Herzen, große Tropfenperlen – Preziosen, wie sie schon Marie Antoinette getragen hatte. Mit dem Fortschreiten der Zeit verbreitete sich diese Mode selbstredend auch unter wohlhabenden Bürgerinnen. Kostbare Stücke in Form von diamantbesetzten Herzen und Schleifen finden wir insbesondere in britischen Schmuckkatalogen des ausgehenden 19. Jahrhunderts (vgl. letzte Abb., aus einem Streeter-Katalog des Jahres 1898). Sie beschworen einerseits eine vergangene Zeit der Romantik und Galanterie – doch gleichfalls waren sie ganz zeitgenössisch, trugen Entwicklungen wie neu entdeckten Diamantvorkommen Rechnung und zeigten sich mit Edelsteinen aus den fernen britischen Kolonien besetzt, wie dem Opal oder dem Mondstein. Das vorliegende Stück steht ganz exemplarisch für die Schmuckmode der Belle Époque. In seinem Zentrum steht ein aus blau schimmerndem Mondstein geschnitztes Herz, das die Grundform des Entwurfs vorgibt. Konzentrisch sind um das klassische Liebessymbol herum Diamanten und Perlen angeordnet, die in Silber auf Gold gesetzt sind. Eine Schleife, als Symbol der Unauflösbarkeit, bekrönt das Herz. Das zierliche Schmuckstück ist mit seiner originalen Broschierung versehen. Eine vorhandene Öse auf der Rückseite ließe sich mit einer Anhängerschlaufe ausstatten, um es auch als Anhänger tragbar zu machen. Das Schmuckstück erreichte uns aus London, wo es vermutlich auch entstanden ist.

Wir möchten, dass Sie zu 100% zufrieden sind! Daher begutachten, beschreiben und fotografieren wir alle unsere Schmuckstücke mit größter Sorgfalt.

Bei unseren Bewertungen des antiken Schmucks können Sie sich auf unsere jahrelange Erfahrung im Handel sowie unsere Expertise als studierte Kunsthistoriker verlassen. Als Mitglied in verschiedenen Händlerorganisationen sowie der britischen Society of Jewellery Historians haben wir uns hier zu größter Exaktheit verpflichtet. In unseren Beschreibungen weisen wir stets auch auf etwaige Altersspuren und Defekte hin, die wir auch in unseren Fotos nicht verbergen - damit Sie, wenn unser Paket zu Ihnen kommt, keine unangenehmen Überraschungen erleben müssen.

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