Zeugen der Antike

Wunderbares Collier mit acht Mikromosaiken mit Ansichten Roms in Gold, um 1860

Eine Reise in die Ewige Stadt Rom ist nicht erst heute ein großer Wunsch vieler. Auch unsere Vorfahren trieb es in jeder Generation aufs neue in das Caput Mundi, um die Wunder der Antike und die Kunstschätze der Christenheit zu entdecken, zu bestaunen und sich vom Reiz der Metropole am Tiber verzaubern zu lassen. Kein Wunder, dass Souvenirs aus Rom ebenso seit jeher die Menschen begleiten. Das wohl schönste Zeugnis dieser Tradition ist das Mikromosaik. Diese besondere Art winziger Mosaike als Schmuckobjekt war im 19. Jahrhundert geradezu ein „must have“ jeder Reise nach Rom. Hier nun liegt ein Collier vor, das gleich acht dieser Veduten in Gold versammelt hat: Es sind, und das ist das besondere, ausschließlich antike Bauwerke, welche wir hier sehen. Die Monumente der Päpste wie den Petersdom suchen wir hier vergebens. Oft sind die Ansichten der Stadt nämlich bunt gemischt. Hier aber hat sich der einstige Reisende dezidiert für eine Auswahl antiker Zeugnisse entschieden. Wir sehen, von der Schließe aus gesehen: Einen Blick auf das Forum Romanum mit den Säulen des Vespasianstempel, die Pyramide des Cestius an der Porta San Paolo, den Rundtempel des Herkules Victor am Forum Boarium (der lange für einen Tempel der Vesta gehalten wurde), das Kolossum, eine Ansicht der Ruine des Tempel der Venus und der Roma, den Janusbogen mit seinen vier gleichen Schauseiten auf dem Forum Boarium, die drei Säulen der Aedes Castoris auf dem Forum Romanum und, zuletzt, den gut erhaltenen Tempel des Hafengottes Portunus, ebenfalls auf dem Forum Boarium. Die Wahl der Blickpunkte und die Auswahl der Ansichten wurden in den römischen Werkstätten von Generation zu Generation weitergegeben. Immer wiederkehrende Motive wie das Forum Romanum begegnen uns so in immer ähnlicher Weise das ganze 19. Jahrhundert hindurch. Andere, seltener ausgewählte Ansichten scheinen immer wieder neu nach in den Werkstätten vorliegenden Stichwerken kopiert worden zu sein. Im hier vorliegenden Collier ist dies z.B. die Vedute des Venus- und Roma-Tempels am Abhang der Velia. Die unmittelbare Vorlage ist hier ein Blatt aus der Nuova raccolta di 100 vedutine antiche della città di Roma e sue vicinanze incise a bullino da Domenico Pronti, Rom 1795. Hier wird der Tempel der stadtrömischen Tradition noch als „Tempio del Sole“ identifiziert. Die Art des Colliers mit seinen elegant ausschwingenden Verbindungskettchen und die klaren, einfachen Fassungen der Mosaike lassen uns das Stück in die Jahre kurz nach der Jahrhundertmitte datieren. Ein ganz vergleichbares Collier findet sich z.B. bei Chiara Stefani: Ricordi in Micromosaico. Vedute e paesaggi per i viaggiatori del Grand Tour, Rom 2001, Kat.-Nr. 13, S. 56. Die Schließe des Stückes wurde in älterer Zeit dann einmal erneuert: So schließt das Collier wieder sicher und es lässt sich beruhigt tragen. Das sehr gut erhaltene Collier ist ein schönes Stück europäischer Kulturgeschichte und ein bezaubernder Beweis für die unsere Länder schon seit jeher verbindende Macht der gemeinsamen Geschichte.

Der Ursprung der Kunst des Mikromosaiks liegt im Rom. Hier, genauer im Vatikan, bestand seit dem 16. Jahrhundert eine Werkstatt für Mosaike aus Glassteinen. Zunächst um die im Petersdom aufgestellten Altargemälde in dauerhafter Form gegen Kerzenruß, Feuchtigkeit und Dreck zu schützen, welche die vielen Pilger in die Kirche brachten. Später, nachdem diese Aufgabe dann abgeschlossen war, entstanden weiterhin Gemäldekopien sowie Landschaftsdarstellungen in Gemäldegröße. Die Idee, diese letztlich antike Technik auch für Schmuckstücke und zur Dekoration kunstgewerblicher Gegenstände zu nutzen, entstand zum Ende des 18. Jahrhunderts. Im Rahmen der Grand Tour erreichten zahllose Reisende aus Nordeuropa die Stadt und erzeugten eine große Nachfrage nach Souvenirs. Nicht zuletzt um diesen Markt zu bedienen, entstand eine ganz neue Kunstform: Mikromosaike sind klein und transportabel und eigneten sich daher ganz besonders dazu, mit in die Heimat im Norden genommen zu werden. Da sie außerdem meist die Schönheiten Roms oder Motive aus der Antike zeigen, verwundert ihr Erfolg als Reiseerinnerung kaum. Die „Erfindung“ des Mikromosaiks verbindet sich vor allem mit Giacomo Raffaelli und Cesare Aguatti, welche um das Jahr 1775 herum diese Technik perfektionierten. Sie begründeten eine Tradition, aus der bis zum Ende des 19. Jahrhunderts Mosaike mit einem derartigen Detailreichtum und Kunstfertigkeit entstanden, welche nie zuvor und auch nicht mehr danach erreicht wurde. Denn bis heute werden in Rom entsprechende Mosaike hergestellt, wenn auch in deutlich minderer Qualität. Vgl. zur Technik und Geschichte des Mikromosaiks die einschlägige Literatur: Maria Grazia Branchetti: Mosaici minuti romani, Rom 2004, mit vielen Arbeiten Giacomo Raffaellis, sowie Roberto Grieco/Arianna Gambino: Roman Mosaic. L’arte del micromosaico fra ’700 e ’800, Mailand 2001.

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