Canovas Grazien

Antike Muschelgemme in Gold nach Antonio Canova, Italien & Prag, um 1925

Das Fresko mit der Darstellung der drei Grazien war, als man es 1759 in in Pompeji freigelegte, eine kleine Sensation: Das Wandbild, das 79. nach Chr. von der Asche des Vesuv begraben worden war, hatte sich auf wundersame Weise unzerstört erhalten. Es zeigt ein Stück der mythologischen Bildwelt der römischen Antike: Die drei Grazien, die Töchter des Zeus, tanzen miteinander: Sie heißen Euphrosyne (Frohsinn), Thalia (Festfreude) und Aglaia (die Glänzende). Das Fresko ist seit seiner Auffindung mannigfach in Form von druckgraphischen Reproduktionen verbreitet worden und wurde so schnell einer breiteren Öffentlichkeit bekannt. Die hier zu sehende Muschelgemme der Jahre 1920er Jahre zeigt den Tanz der drei Grazien, doch folgt sie nicht etwa der Darstellung des pompejianischen Freskos, wie zunächst anzunehmen. Obschon das Stück mit einiger Sicherheit in der Bucht von Neapel, also in unmittelbarer Nähe zum Original entstanden ist, zeigt die Kamee die Grazien nach einem berühmten Werk der klassizistischen Bildhauerkunst. Das Vorbild für unseren Cameo ist ein Relief von Antonio Canova aus dem Jahr 1797. Canova, einer der angesehensten Bildhauer seiner Zeit und wohl wichtigster Stellvertreter des Klassizismus zeigt in seinem Relief, das einer vorangegagnegen Temperamalerei folgt, die drei Grazien im Tanz vor dem Kriegsgott Mars und der lautenspielenden Venus (vgl. Abbildung). Canova dreht, im Vergleich zur pompejianischen Vorlage, die mittlere Figur um ihre eigene Achse um alle drei Tänzerinnen frontal zeigen zu können und gibt der Szene deutlich mehr Schwung und Anmut. Wehende Gewänder und einen aus Rosen gewundenen Kranz über dem Kopf der mittleren Figur ergänzte er ebenfalls; wir sehen beide auch in unserem Cameo. Das Schmuckstück zeigt die bis in das 20. Jahrhundert ungebrochene Antikensehnsucht und die Begeisterung für die römische Antike. Laut Stempelung wurde die schlichte Fassung aus Gold für die in Italien geschnittene Gemme in den Jahren um 1925 in Prag gefertigt. Wir haben die Brosche sofort ins Herz geschlossen - und wer wollte nicht gern von Anmut, Glanz und festlicher Freude begleitet sein? Vgl. die Abbildungen der beschriebene Kunstwerke im Museo Canova in Possagno del Grappa im Veneto.

Antike Gemmen und Kameen zu besitzen war über Jahrhunderte Anspruch beinahe aller großen Sammlungen, vom Grünen Gewölbe in Dresden angefangen über die Schatzkammer Rudolf II. bis hin zu großen privaten Sammlungen wie die des Baron Stosch in späterer Zeit. Das 18. und 19. Jahrhundert brachte zahlreiche große Abdrucksammlungen antiker römischer und griechischer Siegelsteine und Gemmen hervor, die die antike Bildsprache der Glyptik beinahe in ihrer Gesamtheit darstellen konnten. Durch die großen Reisen, die junge Adlige und reiche Bürger in dieser Zeit unternahmen, wandelte sich die Verwendung von Gemmen und Kameen im frühen 19. Jahrhundert hin zu größeren Schmuckformen, welche in Stein, Muschel oder Vesuvlava geschnitten, klassische und begehrte Souvenirs aus Italien waren.

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Bei unseren Bewertungen des antiken Schmucks können Sie sich auf unsere jahrelange Erfahrung im Handel sowie unsere Expertise als studierte Kunsthistoriker verlassen. Als Mitglied in verschiedenen Händlerorganisationen sowie der britischen Society of Jewellery Historians haben wir uns hier zu größter Exaktheit verpflichtet. In unseren Beschreibungen weisen wir stets auch auf etwaige Altersspuren und Defekte hin, die wir auch in unseren Fotos nicht verbergen - damit Sie, wenn unser Paket zu Ihnen kommt, keine unangenehmen Überraschungen erleben müssen.

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