memento mori

Antiker Diamant-Ring des Klassizismus in Silber & Gold, um 1790

Vor nachtblauem Grund funkelt eine Urne aus Silber & Diamanten. Geheimnisvoll und kühl ist ihr Anblick, als scheine nur ein blasser Mond in einsamer Nacht. Ein Rahmen aus weiteren Diamanten in Silber fasst die Darstellung. Eine Schiene aus Gold macht die Arbeit zum Ring. Im späten 18. und frühen 19. Jahrhundert war Schmuck ein zentraler Teil der ritualisierten Trauer. Sich selbst verschlingende Schlangen als Zeichen der unendlichen Zeit, prachtvoll gestaltete Urnen, Einlegearbeiten aus Haar und kleine gemalte Miniaturen mit trauernden Priesterinnen, betrübten Tauben und Trauerweiden bevölkerten Ringe und Broschen in großer Zahl. Meist erinnerten sie dabei an einen individuellen Verlust. Doch mitunter wurde entsprechender Schmuck auch ohne konkreten Anlass getragen, als Memento Mori oder Vanitas-Schmuck, der an die grundsätzliche Endlichkeit des Lebens erinnern sollte und daran, das Leben bis dahin bewusst zu genießen. Der hier vorliegende Ring trägt, anders als die meisten anderen keine individuelle Gravur, die an eine konkrete Person erinnert. Die Urne scheint eher auf die Vergänglichkeit allen Lebens zu verweisen, ganz im Sinne der lateinischen Weisheit „Quidquid agis, prudenter agas et respice finem“ – „Was immer Du tust, handle klug und bedenke das Ende.“ „Respice finem“ – dies lässt sich auch mit „bedenke das Ergebnis deiner Handlungen“ übersetzen. Und so ist es nicht der Tod allein, der das Handeln leiten sollte, sondern die Überlegung, welche Folgen das eigene Handeln schon im Leben hat. Die Diamanten sind als härtestes Material der Erde sind hier als Sinnbilder für ein ewiges Gedenken, einen niemals endenden Kreislauf von Leben und Tod eingesetzt. Die Entdeckung größerer Diamantenvorkommen in Brasilien im Jahre 1725 führte dazu, dass sich nun auch viele reiche Bürger Diamanten leisten konnten und der Besitz dieser kostbaren Steine nicht länger das exklusive Privileg von Königen und Adligen war, wir vor dieser Zeit ausnahmslos der Fall. Der Ring der Jahre um 1790 ist sehr gut erhalten. Mit Umsicht getragen, mag er auch heute noch ein guter Ratgeber sein. Vgl. zu entspr. Schmuckstücken Ginny Redington Dawas/Olivia Collings: Georgian Jewelry 1714-1830, Woodbridge 2007, S. 162. und S. 164., auch Gisela Zick: Gedenke mein. Freundschafts- und Memorialschmuck 1770-1870, Dortmund 1980, Taf. 32, sowie Diana Scarisbrick: Rings. Jewelry of Power, Love and Loyality, London 2007, S. 176f.

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