Hinter der Maske

Antike Brosche mit Kamee der Muse Melpomene, Italien um 1870


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Antike Brosche mit Kamee der Muse Melpomene, Italien um 1870
Antike Brosche mit Kamee der Muse Melpomene, Italien um 1870
Beschreibung
Die Bestimmung der auf der vorliegenden Kamee dargestellten Figur hat uns einiges Kopfzerbrechen bereitet. Auf den ersten Blick scheint die Frauenbüste im Profil einer der großen Göttinnen der Antike zu zeigen. Besonders das Diadem, die sog. Stepháne (griechisch στεφάνη) und der über den Kopf fallende Schleier ließen zunächst an Hera denken, während das Schwert hinter ihrer Schulter eher auf Athene zu weisen schien. Doch keine dieser Deutungen konnte alle Details überzeugend erklären. Den entscheidenden Hinweis gab schließlich die bärtige Maske auf der Brust der Dargestellten. Zusammen mit dem Schwert führt sie zu Melpomene, der Muse der Tragödie. Die tragische Maske ist ihr wichtigstes Attribut und erscheint in antiken wie klassizistischen Darstellungen häufig männlich und bärtig. Auch Schwert oder Dolch gehören neben der häufiger dargestellten Keule zu ihrer überlieferten Ikonographie. Selbst für den Schleier finden sich Parallelen in der antiken Kunst. Besonders aufschlussreich ist ein Blatt im Thorvaldsens Museum in Kopenhagen, gestochen von Joseph Caspar nach Karl Wilhelm Wach. Es zeigt Melpomene mit einer großen bärtigen tragischen Maske und einer Waffe und belegt, wie verbreitet diese Verbindung in der klassizistischen Kunst des frühen 19. Jahrhunderts gewesen ist. Das Blatt befand sich zudem in Thorvaldsens eigener Sammlung. Ganz gewöhnlich ist der Typus unserer Kamee dennoch nicht. Vor allem die hohe, einer Stephane ähnliche Kopfzier ist für Melpomene ungewöhnlich und hat ihre Identifikation zunächst erschwert. Zwar kennen wir antike Gemmen mit verschleierter Melpomene, Schwert und Maske sowie andere, die ihren Profilkopf mit einer bärtigen Maske verbinden, doch bislang keine Darstellung, die sämtliche Elemente unserer Kamee genau so vereint. Die Bestimmung erforderte daher eine kleine detektivische Suche durch antike Gemmen und die Druckgraphik des 18. und 19. Jahrhunderts. Die hochovale Kamee wurde um 1870, vermutlich an der Bucht von Neapel aus der Schale einer Meeresschnecke geschnitten. Eine schlichte Fassung aus Gold und Tombak hält die wohlerhaltene Gemme und macht sie als Brosche tragbar.
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Größe & Details
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Unser Versprechen
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