Mitternachtsblau und Mittagsgold

Eine große Lapis Lazuli und Diamantbrosche in Gold aus Österreich-Ungarn, um 1870

In den früheren Jahrhunderten wandelten sich Moden und ästhetische Vorlieben oft nur sehr langsam. Im 19. Jahrhundert jedoch beschleunigte sich ihr Wandel enorm. Die Schmuckgeschichte kennt in den hundert Jahren zwischen 1800 und 1900 so viele Moden wie Generationen. Zu Beginn und zum Ende des Jahrhunderts etwa waren weiße Schmuckstücke gefragt, reich besetzt mit Diamanten. In den 1860er und 1870er Jahren waren kräftige Farben gefragt, vorzugsweise große, polierte Flächen aus Gelbgold und intensive Farbsteine. Die hier vorliegende, große und reich ausgestattete Brosche lässt sich durch ihre Punzierungen recht genau datieren: Sie ist zwischen 1867 und 1872 in Österreich-Ungarn entstanden. Entsprechend der Mode dieser Jahre ist der Entwurf aus dem Miteinander von tiefblau leuchtenden Lapis Lazuli und satt schimmerndem Gelbgold entwickelt. Zahlreiche Diamantrosen fügen weitere verführerische Lichtreflexe hinzu. Grundform der Brosche ist der Kreis, ähnlich einer mittelalterlichen Fibel. Ein großer polierter Bouton aus Lapis ist in ihr Zentrum gesetzt. Ein breiter, diamantbesetzer Rahmen aus Gelbgold legt sich um den Stein in der Farbe des Nachthimmels; goldene Sprenkel im Stein lassen an die Milchstraße denken. Vier goldene Muscheln vermitteln zwischen dem Lapis und dem Rahmen. Im angehängt ist ein Bügel, ebenfalls aus Gelbgold, um den ein Band aus Diamant gewickelt zu sein scheint. Es hält zwei große Pampeln aus Lapis, die dem strengen Entwurf so eine leichte, spielerische Note verleihen. Das warme Gold, das Element der Sonne, ist in der Brosche mit dem Nachhimmel aus Lapis Lazuli zu einer Einheit gebracht. Der meisterhaft ausgeführte und erstklassig erhaltene Entwurf umfasst so den ganzen Verlauf des Tages. Wir meinen, dass dies ein Hinweis ist: Denn ob am Tage oder am Abend: Diese Brosche ist zu jeder Stunde ein großartiger Schmuck!

Lapis Lazuli wird seit Alters her für seine einmalige Farbe geschätzt. Der Stein, seit der Antike in den Bergen von Afghanistan abgebaut, wird nicht nur für Schmuck verwendet, sondern mindestens ebenso häufig zermahlen als kostbares Malerei-Pigment genutzt. Künstler wie Giotto und Michelangelo nutzten Lapis Lazuli für ihre unvergleichlichen Meisterwerke, deren Blau nach Jahrhunderten durch seine frische Leuchtkraft begeistert. Michael Baxandall hat in seinem berühmten Buch „Die Wirklichkeit der Bilder. Malerei und Erfahrung im Italien der Renaissance“ beschrieben, wie im Florenz der Renaissance Künstler und Auftraggeber in detaillierten Verträgen festlegen ließen, wie viel Lapispigment etwa für den Mantel der Madonna in einem Fresko verwendet werden sollte. Da das Pigment so außerordentlich teuer war, stellte sein Kauf einen großen Teil der Ausgaben für das Werk dar, mitunter kostete es mehr als der Künstler für seine Arbeit erhielt. Nach Europa kam die Farbe vor allem über Venedig und war dort als „azurro ultramarine“ - „Das Blau von jenseits des Meeres“ bekannt. Noch heute leitet sich der Name Ultramarinblau von dieser Bezeichnung ab.

Wir möchten, dass Sie zu 100% zufrieden sind! Daher begutachten, beschreiben und fotografieren wir alle unsere Schmuckstücke mit größter Sorgfalt.

Bei unseren Bewertungen des antiken Schmucks können Sie sich auf unsere jahrelange Erfahrung im Handel sowie unsere Expertise als studierte Kunsthistoriker verlassen. Als Mitglied in verschiedenen Händlerorganisationen sowie der britischen Society of Jewellery Historians haben wir uns hier zu größter Exaktheit verpflichtet. In unseren Beschreibungen weisen wir stets auch auf etwaige Altersspuren und Defekte hin, die wir auch in unseren Fotos nicht verbergen - damit Sie, wenn unser Paket zu Ihnen kommt, keine unangenehmen Überraschungen erleben müssen.

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