Ein Teil von mir...

Englischer Perlen-Ring mit Haareinlage, Biedermeier um 1825

Geschenke aus menschlichem Haar waren im 18. und 19. Jahrhundert gang und gäbe. Besonders im Biedermeier spielten Familie, die Wahlverwandtschaften und der Freundeskreis eine große Rolle – das Zeitalter der Romantik war von besonderer Empfindsamkeit geprägt. In diesem Zusammenhang entstanden Schmuckstücke aus oder unter Verwendung von Haar, die als besonders persönliche Geschenke (denn Haar ist ja ein Teil des jeweils eigenen Körpers!) eine innige Verbundenheit ausdrücken sollten. Im Volksglauben ist das Haar der Sitz der Lebenskraft. Wer ein Haar von einem anderen besitzt, hat Macht über ihn. Wer also sein Haar einem anderen schenkt, liefert sich ihm sozusagen aus und schenkt ihn einen Teil des eigenen Leibes: „Ein Haar fesselt stärker als die stärkste Eisenschnur“ berichten alte Märchen, wie man im „Handwörterbuch des deutschen Aberglaubens“ nachlesen kann. Die einfachste Form des Haarschmuckes, die sich bis heute erhalten hat, ist die Locke im Medaillon oder die geflochtene Haarkette, die die liebende Gattin dem jungen Ehemann zum Geschenk machte. Der hier vorliegende Ring erinnert sodenn durch eine kunstvoll verwobene Einlage aus Haar in einem Rahmen aus Perlen an eine innige Freundschaft. Echte Perlen, weich und weiß schimmernd, rahmen die etwa 200 Jahre alte Haararbeit, die schützend hinter Glas verwahrt ist. Die zarte Ringschiene zeigt auf den Schultern zarte Gravuren und ist wunderbar erhalten – so wie der Rest des Ringes, der in London zu uns fand.

Stendhal, der große französische Romancier des frühen 19. Jahrhunderts, überliefert in seinem Briefwechsel mit Balzac, dass auch Männer solchen Schmuck aus Haar trugen. Als 1810, auf dem Höhepunkt der Herrschaft Napoleons, die eingeschüchterten Österreicher in St. Cloud mit Frankreich über ein Bündnis verhandeln mussten, konnte er beobachten, wie der österreichische Unterhändler Fürst von Metternich ein Armband aus Haar von Caroline Murat trug, der Schwester Napoleons. So konnte er seinen Willen zum Bündnis beider Länder auf subtile Weise ausdrücken, welches wenig später die Ehe Napoleons mit Marie-Louise von Habsburg, der älteste Tochter des österreichischen Kaisers Franz I. besiegelte. Als Ironie der Geschichte verbündete sich die enttäuschte Caroline Murat wenig später mit Österreich gegen ihren Bruder - das Band aus Haar am Arm Metternichs verband beide somit noch weit mehr und länger, als diese wohl zuerst ahnten. Vgl. Stendhal: Die Kartause von Parma, München 2007, Kommentar, S. 802.

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