Ewiger Blumenkranz

Prachtvolles Diadem mit 16,76 ct Diamanten in Gold & Silber, um 1890

Schon in der Antike trugen junge Frauen Kränze, in die frische Blumen gewunden wurden. Mit der Ausbreitung des Christentums, ab dem Mittelalter, gerieten diese Blumenkränze jedoch in Vergessenheit, denn man assoziierte sie mit heidnischen Bräuchen. Erst nach der französischen Revolution trugen insbesondere Bräute wieder Blumenkränze im Haar. Sogar bis in die höchsten Gesellschaftsschichten gelangte dieser schöne Brauch: Im Jahre 1840 heiratete Queen Victoria ihren geliebten Prince Albert, im Haar ein Kranz aus frischen Orangenblüten. Es war Februar, und nur für diese eine Gelegenheit hatte man die duftenden Blüten für sie herbeigeschafft. In den folgenden Jahren entstand viel Schmuck in der Form verschiedenster Blüten. Aus Wachs, aus Porzellan, aber auch aus Edelsteinen schuf man Kopfschmuck nicht nur für Bräute, sondern zu verschiedenen festlichen Gelegenheiten. Das vorliegende Diadem erscheint wie eine niemals welkende Hommage an den Blumenkranz: Es besteht aus Ranken mit kleinen und großen Blüten, von denen tropfenförmige Elemente wie Tautropfen herabperlen. Insgesamt 493 Diamanten von zusammen etwa 16,76 ct Gewicht besetzen jede Blüte, jede Ranke, und bei jeder Bewegung stehen mehrere der Edelsteine in solch einem Winkel zum Lichteinfall, dass sie weiße Brillanz und glühendes Feuer versprühen. Seine Gestaltung, aber auch die Wahl der Materialien lässt uns das Diadem in die Jahre um 1890 datieren. Die Fertigung in Silber auf Gold, die großen Altschliffe, die sog. Messerstege („knife wires“) aber auch die in den kleinen Blüten leicht orientalisch anmutenden Formen sind ganz typisch für jene Zeit. Während die Diademe gegen 1900 bereits einem kühlen Neoklassizismus mit Lorbeer-Girlanden verpflichtet waren, huldigte man im späten 19. Jahrhundert noch ein letztes Mal schwelgerischen Ranken, ausschweifenden Formen und Blütenmotiven. Nicht mehr nur der Adel, auch Frauen des gehobenen Bürgertums – so sie denn die Mittel, das Selbstbewusstsein und die Liebe zum Schmuck besaßen – trugen auf den rauschenden Abendveranstaltungen Diademe im Leuchten des ersten elektrischen Lichts. Noch heute vermag das Diadem den Glanz und den romantischen Geist der Belle Époque in unsere Zeit zu transportieren. Geradezu symptomatisch steht es für seine Epoche, die von Prachtentfaltung, joie de vivre und einer genuinen Liebe zur Schönheit geprägt war. Wir freuen uns deshalb, ihnen an dieser Stelle ein auffallend schönes Exemplar dieses heute beinahe verschwundenen Schmucktypus vorstellen zu dürfen. Das Schmuckstück kam aus den englischen Midlands zu uns und ist ideal erhalten. Zur Datierung vgl. David Bennet und Daniela Mascetti: Understanding Jewellery, Woodbridge 2010, S. 206 f.

Mit der Erfindung des Gaslichtes und dann des elektrischen Lichtes zum Ende des 19. Jahrhunderts erfüllte mit einem Mal gleißende Helligkeit die Ballsäle Europas. Kein dunkles, gelbes Kerzenlicht mehr, sondern das weiße Leuchten hunderter Lampen ließ den Schmuck der Damen glänzen und glitzern wie nie zuvor. Kein Wunder, dass in der Folge dieser Entwicklungen auch eine neue Mode entstand: Weißjuwelen aus Diamanten und Silber antworteten auf die neuen Lichtverhältnisse und lösten die bisherigen farbigeren Entwürfe ab. Überhaupt wurde der Schmuck zunehmend reicher mit funkelnden Edelsteinen ausgefasst, um ein immer luxuriöseres und reicheres Erscheinungsbild zu schaffen. Auf den großen Bällen in Paris, London und St. Petersburg wurden immer prachtvollere Diamantcolliers präsentiert, zudem Tiaren, Broschen und Ringe, allesamt Träume in weißen Diamanten.

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