Grüße aus Etrurien

Vergoldeter Medaillon-Anhänger mit Porzellanmalerei, um 1870

Die technische und wissenschaftliche Entwicklung Europas hatte im 19. Jahrhundert die Geschichtswissenschaft zur Leitdisziplin der Zeit werden lassen. Neue Ausgrabungen in Italien erschlossen bislang unbekannt gebliebene Epochen der europäischen Geschichte, und besonders die Frühzeit der Kulturen erlebte ein bislang unbekanntes Interesse. In Italien wurden besonders die Etrusker neu entdeckt und ihr Kunsthandwerk über die Landesgrenzen hinaus bekannt. Über den engen Rahmen der Universität hinaus begeisterten sich dabei auch die Bürger der europäischen Staaten für die neuen Entdeckungen und suchten Schmuckstücke, Möbel und Kusthandwerk in diesen aufregenden, neuen Formen zu besitzen. In Rom wurde in diesem Zusammenhang die Firma Castellani besonders berühmt: Fortunato Pio Castellani und seine Söhne erforschten die Etrusker und boten bald erstklassigen Schmuck für die gekrönten Häupter des Kontinents an, der die Formensprache dieser frühen Bewohner der italischen Halbinsel aufnahm. Doch auch in Deutschland wurden ihre Arbeiten, die man schnell unter dem Begriff des „archäologischen Stils“ bekannt machte, mit Interesse aufgenommen und mit den Formen der eigenen Geschichte verschmolzen. Das hier vorliegende Medaillon ist in diesem Stil entworfen. Typische Ornamente dieses Stils sind aufgelegte gedrehte Drähte und runde, angesetzte Kugeln, sog. Granulation. Hier nun ist der große Rahmen genutzt, um eine Porzellanmalerei zu präsentieren. Sie zeigt eine Dame in ländlicher Tracht. Es könnte eine Bewohnerin der Campagna sein, aus dem Umland von Rom, in welches die Reisenden des 19. Jahrhunderts gern Ausflüge unternahmen (Berühmt ist etwa Tischbeins Gemälde „Goethe in der Campagna“, heute im Städel in Frankfurt / Main). Auf der Rückseite bietet das Schmuckstück aus vergoldetem Tombak die Möglichkeit, ein persönliches Souvenir einzulegen, ein Briefchen, eine Locke zum Beispiel, welche die Trägerin an den Schenkenden erinnert. So wird das Stück zu einem doppelten Souvenir: An einen Aufenthalt in Rom vor rund 150 Jahren und Ihre eigene, persönliche Bindung. Vgl. mit ähnlichen Entwürfen Brigitte Marquardt. Schmuck. Realismus und Historismus. 1850-1895. Deutschland, Österreich, Schweiz, München 1998, S. 237f.

Ein heute eher vergessenes Kapitel der Schmuckgeschichte sind die vielen Ersatzmaterialien, welche durch die Jahrhunderte für teure Edelmetalle oder auch kostbare Edelsteine gebraucht wurden. Bereits in der Vergangenheit bestand ein großer Bedarf an Modeschmuck, mit dem die edlen Werkstoffe oft täuschend echt nachgeahmt werden konnten. Denn nicht jede Dame konnte sich echten Schmuck leisten, oder wollte es bisweilen gar nicht, um den sich schnell wechselnden Moden folgen zu können! Die Namen dieser Erfindungen sind dabei Legion, vielleicht haben Sie schon einmal von Tombak gehört oder Alpacca, Neusilber oder auch Argentan? Im 19. Jahrhundert wurde Gold häufig durch Messing, also Legierungen aus Kupfer und Zink, ersetzt. Der Londoner Uhrmacher Christopher Pinchbeck (ca. 1670 – 18. November 1732) erfand eine besondere, nach ihm benannte Legierung, deren Farbe dem Gold besonders nahe kam und fortan vor allem in England besonders populär wurde. In Deutschland ist ein ähnliches Material unter dem Namen „Tombak“ bekannt.

Wir möchten, dass Sie zu 100% zufrieden sind! Daher begutachten, beschreiben und fotografieren wir alle unsere Schmuckstücke mit größter Sorgfalt.

Bei unseren Bewertungen des antiken Schmucks können Sie sich auf unsere jahrelange Erfahrung im Handel sowie unsere Expertise als studierte Kunsthistoriker verlassen. Als Mitglied in verschiedenen Händlerorganisationen sowie der britischen Society of Jewellery Historians haben wir uns hier zu größter Exaktheit verpflichtet. In unseren Beschreibungen weisen wir stets auch auf etwaige Altersspuren und Defekte hin, die wir auch in unseren Fotos nicht verbergen - damit Sie, wenn unser Paket zu Ihnen kommt, keine unangenehmen Überraschungen erleben müssen.

Sollten Sie aus irgendeinem Grund doch einmal nicht zufrieden sein, nehmen Sie bitte mit uns Kontakt auf und wir finden umgehend eine gemeinsame Lösung. Unabhängig davon können Sie innerhalb von 30 Tagen jeden Artikel zurückgeben und wir erstatten Ihnen den vollen Kaufpreis.