Amor und Hebe

Antike Brosche mit Muschelgemme in Tombak, um 1870


289,00 € *
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Antike Brosche mit Muschelgemme in Tombak, um 1870
Antike Brosche mit Muschelgemme in Tombak, um 1870
Beschreibung
Diese querovale Kamee zeigt eine fein geschnittene mythologische Szene mit Amor und Hebe, deren Darstellung ganz dem klassizistischen Interesse an der Bildwelt der Antike verpflichtet ist. Aus dem dunklen Grund der Muschelschale treten die Figuren und Attribute in hellem Relief hervor, wodurch die Komposition beinahe die Wirkung eines antiken Marmorreliefs im Miniaturformat erhält. Im Zentrum erscheint Hebe, die Göttin der Jugend und Mundschenkin der olympischen Götter, als anmutige, antikisch gewandete junge Frau. In ihrer erhobenen Hand hält sie ein Gefäß, den sie dem ihr gegenüberstehenden Amor darzureichen scheint. Dieser ist als nackter, geflügelter Knabe eindeutig gekennzeichnet. Die Begegnung beider Gottheiten verbindet zwei der großen zeitlosen Themen der antiken Mythologie: Jugend und Liebe. Der von Hebe gereichte Trank lässt sich dabei als Nektar der Götter und damit zugleich als Sinnbild immerwährender Jugend verstehen. Bemerkenswert ist die am linken Bildrand platzierte Maske. Sie erweitert die Darstellung um eine weitere, möglicherweise allegorische Bedeutungsebene. Masken begegnen in der antiken Kunst insbesondere im dionysischen und theatralischen Zusammenhang und wurden im Klassizismus als unmittelbar verständliche Chiffren der antiken Kultur aufgegriffen. Ihre Verbindung mit Hebe und Amor verleiht der Szene einen spielerischen, geradezu bukolisch-theatralischen Charakter, ohne dass sich daraus zwingend eine konkrete mythologische Episode ableiten ließe. Gerade darin liegt der Reiz der Darstellung: Nicht die Illustration einer Begebenheit steht im Vordergrund, sondern die poetische Verbindung antiker Sinnbilder. Jugend, Liebe und Lebensfreude werden zu einer heiteren Allegorie zusammengeführt. In Material, Technik und Komposition illustriert die Kamee die Vorliebe des 19. Jahrhunderts für das klassische Altertum im Umfeld des europäischen Klassizismus und der Grand Tour. Antike Skulpturen, Reliefs und geschnittene Steine lieferten den Gemmenschneidern einen reichen Motivfundus, der frei zitiert und zu neuen Kompositionen verbunden werden konnte. Die zurückhaltende Fassung aus Tombak überlässt dabei ganz bewusst der plastisch geschnittenen Darstellung die Wirkung. So erscheint die Kamee als charakteristisches Zeugnis der klassizistischen Antikenbegeisterung: ein kleines, tragbares Relief, in dem sich die Ideale von Schönheit, Jugend und Liebe mit der Sehnsucht nach der Welt der Antike verbinden.
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Antike Gemmen und Kameen zu besitzen, war über Jahrhunderte Anspruch beinahe aller großen kunstgewerblichen Sammlungen und Wunderkammern – vom Grünen Gewölbe in Dresden über die Schatzkammer Rudolf II. bis hin zu bedeutenden Privatsammlungen wie jener des Barons von Stosch in späterer Zeit. Das 18. und 19. Jahrhundert brachte zahlreiche große Abdrucksammlungen antiker Siegelsteine und Gemmen hervor, die die Bildsprache der antiken Glyptik nahezu in ihrer Gesamtheit wiederzugeben vermochten. Diese Sammlungen waren zugleich Ausdruck humanistischer Bildung. Oft standen Figuren des olympischen Götterhimmels oder mythologische Szenen im Zentrum der Darstellungen. In besonderem Maße wichtig für die Verbreitung von Stein- und Muschelschnitten nördlich der Alpen waren seit jeher Italienreisende, die Abdrücke, geschnittene Steine und gravierte Muscheln von ihren Bildungsreisen mitbrachten – um sich an den Geschichten zu erfreuen, die diese Muschelschalen zu erzählen wussten. Die Kunst des Gemmenschneidens hat sich bis heute in Italien, insbesondere in der Bucht von Neapel, erhalten, wo sie von Generation zu Generation weitergegeben wurde. Heute ist die Scuola dei Cammei in Torre del Greco die weltweit einzige groß angelegte Ausbildungsstätte für Gemmenschneider in Italien – wobei sich die mythologische Themenwelt leider weitgehend verloren hat.
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Unser Versprechen
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