Geliebte Natur

Antike Diamant-Brosche des Biedermeier, um 1830

Schmuck mit Diamanten war in allen Jahrhunderten eine besonderes Privileg des Adels und ausnehmend reicher Bürger. Die Schwierigkeiten, die kostbaren Steine zu fördern und zu schleifen machten die weiß leuchtenden Kostbarkeiten stets rar und teuer. Kein Wunder, dass Diamantschmuck daher mit schöner Regelmäßigkeit immer wieder zum Goldschmied gebracht wurde, umgebaut, erneuert und den neuesten Moden angepasst. Einen antiken Diamantschmuck von wesentlicher Größe und in wunderbarer Erhaltung zu finden ist vor diesem Hintergrund ein besonders seltener Zufall - Doch die hier vorliegende Brosche beschert und diese Freude. Die Brosche aus Gold mit einer Front aus Silber ist in Form eines bewegten Bouquetts gestaltet. Eine große Blüte, vielleicht eine Federnelke, steht in der Mitte des Entwurfs. Ein großer Diamant von außergewöhnlicher Reinheit im kissenförmigen Altschliff besetzt die Mitte der Blüte. Die Blütenblätter sind mit weiteren, ähnlich geschliffenen Diamanten besetzt. Rechts, links und unterhalb der großen Blüte staffeln sich Blätter. Dynamisch bewegt, wie von einem Windstoß gebauscht, rahmen die die Blüte in einem großen Bogen. Auch ihre Oberflächen sind mit Diamanten besetzt, welche die Brosche so in ein berückendes Spiel des Lichts tauchen. Die Natur war in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts das beliebteste Vorbild für Schmuckentwürfe. Nach der kühlen, geometrischen Symmetrie des Klassizismus der Jahrhundertwende wurden die Entwürfe nun wieder asymmetrischer, bewegter, und steckten voller überraschender Details. Diese Entwicklung im Bereich des Schmucks entspricht ähnlichen Ideen in der Romantik der Literatur und Kunst. Nicht mehr der imperiale Glanz der Zeit Napoleons war nun also die Referenz, sondern die Formen der Natur, gesehen durch Vorbilder aus der intimeren Welt des Rokoko und noch weiter zurückliegende Zeiten wie dem Mittelalter. Anders als die tatsächlichen Schmuckstücke der Vergangenheit bleibt dem Schmuck des Biedermeiers jedoch stets eine eigene, kraftvolle Körperlichkeit, eine Schwere der Form, welche sie von Schmuckstücken des Rokoko etwa klar unterscheidet. Unsere Brosche ist in den Jahren um 1830 entstanden. Die Schliffe der Diamanten und ihre rückseitig offenen Fassungen, welche viel Licht an die Steine lassen, belegen dies auf einer technischen Seite. Zugleich belegen auch Vergleiche mit in der Literatur abgebildeten Schmuckstücken ihre Entstehung in dieser Zeit, vgl. u.a. Brigitte Marquardt:Schmuck. Klassizismus und Biedermeier, 1780-1850, Deutschland, Österreich, Schweiz, München 1983, 230, Nr. 288, sowie S. 232, auch David Bennet und Daniela Mascetti: Understanding Jewellery, Woodbridge 2010, S. 60. Die Brosche ist erstklassig erhalten. Zum Ende des 19. Jahrhunderts wurde die rückseitige Montierung mit der Broschierung und zwei Anhänger-Schlaufen erneuert. Möglicherweise war das Schmuckstück zuvor als Haarkamm zu tragen. Wir haben es aus einer Privatsammlung übernehmen können.

Die Form des Brillanten hat sich über viele Jahrhunderte entwickelt. Lange war es technisch nicht möglich, den Rohkristall mehr als nur rudimentär zu verändern, da der Diamant ja so außergewöhnlich hart ist. Im 17. und 18. Jahrhundert gelang es dann, dem Kristall mehr und mehr Facetten abzutrotzen und im Laufe des 19. Jahrhunderts näherten sich die Schliffe immer mehr der Form an, die wir heute als Brillant kennen. Erst im Jahr 1919 aber hat Marcel Tolkowsky die Idealform des Brillanten auf optisch-physikalischer Grundlage errechnet; die genaue Form, welche in Deutschland heute der Standard ist, der sog. Feinschliff der Praxis, ist sogar erst 1938 festgelegt worden. Wirkich durchgesetzt hat sich die Form des modernen Brillanten dann nach dem Krieg. Der Brillant ist somit also eine eigentlich erst recht neue Erfindung - und das bedeutet auch, dass bei einem Diamanten, der im 19. Jahrhundert oder zu Beginn des 20. Jahrhunderts geschliffen wurde, einem sog. „Altschliff“, die Proportionen des Steins nicht dem Standard des heutigen Brillanten folgen. Altschliffe wurden in der damaligen Zeit immer individuell geschliffen: Man wollte den optimalen Weg finden zwischen dem besten Glanz einerseits und dem wenigsten Materialverlust beim Schleifen andererseits. Wir finden, dass gerade diese Individualität die alten Diamanten so besonders interessant macht. Man kann sie weniger gut vergleichen; auch lässt sich der Wert nicht einfach mittels einer Tabelle bestimmen: Denn man muss jeden Stein einzeln ansehen, um wirklich sagen zu können, ob er das Feuer und den Glanz hat, den man von einem Diamanten erwartet.

Wir möchten, dass Sie zu 100% zufrieden sind! Daher begutachten, beschreiben und fotografieren wir alle unsere Schmuckstücke mit größter Sorgfalt.

Bei unseren Bewertungen des antiken Schmucks können Sie sich auf unsere jahrelange Erfahrung im Handel sowie unsere Expertise als studierte Kunsthistoriker verlassen. Als Mitglied in verschiedenen Händlerorganisationen sowie der britischen Society of Jewellery Historians haben wir uns hier zu größter Exaktheit verpflichtet. In unseren Beschreibungen weisen wir stets auch auf etwaige Altersspuren und Defekte hin, die wir auch in unseren Fotos nicht verbergen - damit Sie, wenn unser Paket zu Ihnen kommt, keine unangenehmen Überraschungen erleben müssen.

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