Schutz im Freiheitskampf

Antiker Ring mit Amethyst-Intaglio des Hl. Demetrios im Byzantinischen Stil, 1. Hälfte 19. Jahrhundert


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Antiker Ring mit Amethyst-Intaglio des Hl. Demetrios im Byzantinischen Stil, 1. Hälfte 19. Jahrhundert
Antiker Ring mit Amethyst-Intaglio des Hl. Demetrios im Byzantinischen Stil, 1. Hälfte 19. Jahrhundert
Beschreibung
Entschlossen und streng, aber nicht unfreundlich, blickt ein römisch gekleideter Soldat aus dem hier vorliegenden Ring. Er trägt Schild und Speer und eine antike Toga. Ein Heiligenschein ziert sein Haupt und um seinen Kopf ist eine Inschrift zu sehen: „Ο. ΔΗΜΙΤΡΙΟΣ“ – es ist eine Darstellung des Hl. Demitrios. Das Bildnis ist in einen natürlichen Amethyst graviert. Der hochovale Stein zeigt den Heiligen en face, in seiner Rüstung. Die Darstellung ist plastisch und klar, aber nicht schematisch oder unterkühlt. Die Schrift am oberen Rand läuft frei um den Kopf herum, ohne sich zu viele Gedanken um eine völlig symmetrische Ausrichtung zu machen. Gefasst ist der Stein in hochkarätiges Gold. Eine schlichte Zarge umschließt den Amethyst und geht in den breiten, bootsförmigen Körper des Ringes über. Der Ring selbst ist sehr oval, trägt sich aber angenehm. Auf den ersten Blick wirkt der Ring wie ein Schmuckstück der klassischen Antike. Bereits in hellenistischer Zeit und auch später noch in Rom entstanden Fingerringe aus Gold mit breiten Schultern als Siegelringe mit eingefassten Intaglios aus Edelsteinen, vgl. die Beispiele im British Museum an dieser sowie an dieser Stelle. Hier ist allerdings ein christlicher Heiliger dargestellt, der etwa ab dem 5. Jahrhundert und besonders im griechischen Teil des Reiches verehrt wurde. Könnte der Ring also in der Spätantike entstanden sein, in Byzanz? Der genauere Blick auf den Siegelstein und die Verarbeitung der Fassung verrät, dass dieser Ring später, in nach-antiker Zeit entstanden sein muss. „O.“ zu Beginn der Inschrift bedeutet „Der“. In byzantinischen Heiligeninschriften ist hier stets mindestens noch ein Alpha als Abkürzung für„ΑΓΙΟΣ“, „Heiliger“, eingefügt; in späteren Gemmen nach antiken Vorbildern lassen sich solche Abweichungen allerdings häufiger beobachten. Die Art der Darstellung sowie die Anordnung und Buchstabenform der Inschrift entsprechen auch formal eher antikisierenden Gemmen des späten 18. und frühen 19. Jahrhunderts als byzantinischen Vorbildern. Die breite Bootsform der Fassung findet sich zwar in der klassischen Antike, aber nicht mehr in byzantinischer Zeit. Und nicht zuletzt legt auch die Verwendung von 18-karätigem Gold nahe, dass es sich um ein Schmuckstück des 19. Jahrhunderts, und nicht aus antiker Zeit handelt. Wann aber und wo ist der Ring entstanden? Wir denken, dass die Wahl des byzantinischen Ritterheiligen zu Beginn des 19. Jahrhunderts erfolgte – und kein Zufall war. In jener Zeit war Griechenland ein Teil des Osmanischen Reiches, doch gewannen die Ideen der Aufklärung und der Französischen Revolution auch hier zunehmend an Einfluss: Die bürgerliche Mittelschicht des Landes forderte einen unabhängigen Nationalstaat, Freiheit und, nicht zuletzt, Freiheit im Glauben. Im Jahr 1821 begann schließlich der Griechische Unabhängigkeitskrieg, der sich rasch über weite Teile des Landes ausbreitete. Der griechische Freiheitskampf wurde in Europa neugierig verfolgt. Künstler, Dichter und Intellektuelle feierten Griechenland als Wiege der europäischen Kultur und unterstützten die Aufständischen. Zu den bekanntesten ausländischen Freiwilligen zählte der englische Dichter Lord Byron, der 1824 in Griechenland sterben sollte. In The Isles of Greece hatte er wenige Jahre zuvor den Untergang des goldenen Griechenlands in der Nachantike besungen: „Eternal summer gilds them yet, But all, except their sun, is set.“ Der hier vorliegende Ring mit seinem antiken Krieger, der für seinen christlichen Gott starb und in Byzanz verehrt wurde, konnte in dieser Zeit ein wirksamer – und aussagekräftiger Begleiter sein. Er beschwört die Schönheit und die kulturelle Blüte der (griechischen) Antike, auch wenn die Kombination von Ringform und Darstellung eher eine freie Zusammenstellung ist. So verspricht er Schutz im Kamp für Freiheit gegen und Unterdrückung. Wir haben den Ring aus einer Sammlung vom Bodensee erwerben können. Er ist sehr gut erhalten. Da der Ring hohl gearbeitet ist, kann er leider nicht in der Größe angepasst werden.
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Antiker Ring mit Amethyst-Intaglio des Hl. Demetrios im Byzantinischen Stil, 1. Hälfte 19. Jahrhundert
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Unser Versprechen
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