Ewiger Frühling

Große Muschelgemme der Flora als Brosche, Großbritannien um 1880

Der Pantheon der antiken Römer und Griechen durfte das ganze 19. Jahrhundert hindurch den Gemmenschneidern als Inspirationsquelle dienen. So entstanden mythologische Motive, die meist in der Bucht von Neapel in Muschelschale geschnitten, als Souvenirs erworben und anschließend im Heimatland der Reisenden als Schmuck gefasst wurden. Das vorliegende Schmuckstück zeigt eine junge Frau im Profil: Es ist Flora, die römische Göttin der Jugend, der Blüte, des Frühlings und der Fruchtbarkeit. Mit der Floralia, einem vom römischen Volk gefeierten Fest, wurde ihr jedes Jahr zwischen April und Mai gehuldigt. Stets lässt die Göttin sich durch die in ihr Haar gewobenen Blumen erkennen, uns so tritt sie uns auch hier entgegen. Weiß hebt sich das Profil der Flora vor dem rosigen Grund der Muschelschale ab. Ungewöhnlich und gelungen ist hier die besonders plastische Ausarbeitung der Rosen, welche dreidimensional ausgearbeitet sind und sich über Haar und Gewand der jungen Göttin ergießen. Geschickt nutzte der Gemmenschneider die mehrlagige Muschelschale, sodass eine dunklere Schicht die Rosen auch farblich hervortreten lässt. Unter allen Blumen hatten insbesondere Rosen besondere Bedeutung für die Darstellung der Flora: „Und während sie sprach, hauchte sie Frühlingsrosen aus ihrem Munde: Chloris war ich, die ich Flora genannt werde.“ So schrieb Ovid über die Göttin, die nur in seinen Versen mit der sonst nicht nachweisbaren Nymphe Chloris gleichgesetzt wird. Auch im viktorianischen Zeitalter, als die Gemme entstand, waren Ovids Verse wichtiger Bestandteil einer klassischen Bildung. In Großbritannien, dies verraten die Punzierungen, wurde dann die massivgoldene Fassung eigens für die Gemme geschmiedet. Sie schmiegt sich passgenau um das Bildnis und rahmt es mit einer schlichten, handgravierten Bordüre mit Blattornamenten. Wir haben das Schmuckstück in London entdeckt.

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Bei unseren Bewertungen des antiken Schmucks können Sie sich auf unsere jahrelange Erfahrung im Handel sowie unsere Expertise als studierte Kunsthistoriker verlassen. Als Mitglied in verschiedenen Händlerorganisationen sowie der britischen Society of Jewellery Historians haben wir uns hier zu größter Exaktheit verpflichtet. In unseren Beschreibungen weisen wir stets auch auf etwaige Altersspuren und Defekte hin, die wir auch in unseren Fotos nicht verbergen - damit Sie, wenn unser Paket zu Ihnen kommt, keine unangenehmen Überraschungen erleben müssen.

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