Ewig will ich Dein gedenken

Anrührende Trauerbrosche des Klassizismus in Gold, um 1790

Ein Grabmal mit großer Urne steht auf einer Rasenbank. In geisterhaftem Grau, zugleich voller Würde und Anmut, lehnt eine Frau trauernd an das Denkmal. Die vorliegende Brosche aus den Jahren um 1780 präsentiert diese Szene in feinster Miniaturmalerei in Sepiafarbe, mit plastischen Auflagen aus menschlichem Haar. Das Arrangement ist sicher hinter gewölbtem Glas verwahrt und mit einer schlichten Fassung aus Gold und einem Kranz aus schimmernden Naturperlen umgeben. Wem dieses anrührende Erinnerungsstück einst galt können wir heute, schon mehr als 240 Jahre nach der Entstehung der Brosche, nicht mehr sagen – doch muss es ein liebenswürdiger Mensch gewesen sein. Ihm zu Ehren steht dieses Denkmal der Erinnerung bis heute und gemahnt uns an die verbindenden Werte zwischenmenschlicher Beziehungen. Schmuckstücke wie dieses waren in den letzten Dekaden des 18. Jahrhunderts weit verbreitet. Sie waren Teil der vielfältigen Trauerrituale, mit denen das Ableben eines geliebten Menschen begangen wurde. Vielmehr als nur als Ausdruck der persönliches Trauer für ein dahingeschiedenes Individuum waren diese Schmuckstücke auch ein Zeichen des Respektes für die Institutionen der Ehe und Familie, auf denen die gesamte Gesellschaft fußte. Die Symbolik der Trauerschmuckstücke zeigt die Formensprache des Klassizismus, welche Gegen Ende des 18. Jahrhunderts die Kunstwelt dominierte. Abgebrochene Säulen, Urnen, Trauerfiguren in klassischer Gewandung, Sarkophage, Trauwerweiden und Zypressen zeigen den Einfluss der Antike. Auch Haar, als besonders persönliches Material, wurde im 18. und 19. Jahrhundert oft verwendet, um Erinnerungsstücke herzustellen. Die hier vorliegende Brosche gehört in diese Tradition und einen intimen Einblick in eine vergangene Epoche und berührt uns mit seiner anrührenden Symbolik bis heute. Zum Typus und der Datierung vgl. auch die bei Gisela Zick: Gedenke mein. Freundschafts- und Memorialschmuck 1770-1870, Dortmund 1980, Taf. 3–4 abgebildeten Schmuckstücke.

Brigitte Marquardt bildet in ihrer Publikation zu „Schmuck des Biedermeier“, München 1983, auf S. 208 einige Schmuckstücke der Erinnerungskultur des 19. Jh.s aus menschlichem Haar ab und erklärt deren Bedeutung: Die Verarbeitung von Haar zu Schmuckstücken basiert auf der Bedeutung des Haares als Teil des ganzen Menschen, das durch seine Haltbarkeit gleichsam unsterblich ist. Im Volksglauben ist das Haar der Sitz der Lebenskraft. Schmuckstücke dieser Art waren oftmals Geschenke von heiratenden Töchtern an deren Mütter, denn so konnte im wahrsten Sinne des Wortes ein Teil des Kindes, das das Haus verlässt, bei der liebenden Mutter bleiben und immerwährende Erinnerung sein, auch wenn die Tochter nun ihren eigenen Hausstand gegründet hatte.

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Bei unseren Bewertungen des antiken Schmucks können Sie sich auf unsere jahrelange Erfahrung im Handel sowie unsere Expertise als studierte Kunsthistoriker verlassen. Als Mitglied in verschiedenen Händlerorganisationen sowie der britischen Society of Jewellery Historians haben wir uns hier zu größter Exaktheit verpflichtet. In unseren Beschreibungen weisen wir stets auch auf etwaige Altersspuren und Defekte hin, die wir auch in unseren Fotos nicht verbergen - damit Sie, wenn unser Paket zu Ihnen kommt, keine unangenehmen Überraschungen erleben müssen.

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