Zeus von Otricoli

Dose vom Berliner Hofgoldschmied Hugo Schaper mit Achat-Kamee des Zeus, um 1905

Selten sind Superlative so angebracht wie im Fall der hier vorliegenden edlen Silberdose des preußischen Hofjuweliers Hugo Scharper mit einer Achatkamee aus der Zeit um 1905. Gearbeitet aus Silber, bedient sich die ovale Dose der Formensprache des Klassizismus mit Festons und Lorbeerkränzen. Auf dem Deckel befindet sich eine sehr plastisch geschnittene Lagensteinkamee mit dem Bildnis des griechischen Göttervaters Zeus. Es handelt sich um eine Arbeit von Philipp Hahn jr. aus der Edelsteinschleifeier Ph. Hahn & Söhne in Idar Oberstein. Hahn orientierte sich bei der Darstellung des Göttervaters an der Marmorbüste des sogenannten Zeus von von Otricoli, einer römischen Kopie eines griechischen Originals des 4. Jahrhunderts v. Chr., die heute in den Vatikanischen Museen in Rom aufbewahrt wird. Der Cameo ist besonders fein graviert und sehr erhaben gearbeitet, der Kopf des Gottes ausnehmend plastisch und detailreich geschnitten, ihre Locken in jeder Strähne wiedergegeben und das in dem so schwierig zu verarbeitenden Achat. Es handelt sich bei den beiden Lagen des Schmucksteines um ein einziges Stück Edelstein, bei dem die obere weiße Lage so graviert wurde, dass nur das Bildnis stehen blieb und sich in der Konsequenz von dem schwarzen Untergrunds abhebt. Steinschneidearbeiten dieser Qualität sind ausgesprochen selten. Heute sind sie begehrte Sammelobjekte und Kunstkammerstücke eigenen Ranges. Neben der Gemme zieren vier feine Perlen und vier zu Cabochons geschliffene rote Rubine die Dose. Kostbare Dosen wie diese waren häufig Geschenke, die verdiente Personen als besondere Auszeichnung vom preußischen König und deutschen Kaiser erhielten. So war die vorliegende Silberdose ein Geschenk an den Dresdner Postdirektor Martin Tauber. Ein absolut museales Sammlerobjekt sowohl der Goldschmiede- wie der Steinschneidekunst von ungewöhnlicher Qualität und bester Erhaltung.

Die Kindheit des kaiserlichen und königlichen Hofgoldschmieds Hugo Schaper (1844–1915) stand zunächst unter keinem guten Stern. Der Sohn eines Pastors aus Alsleben (Saale) wurde mit nur fünf Jahren Vollwaise, nachdem kurz hintereinander erst der Vater und dann die Mutter verstorben waren. Zusammen mit seinem Bruder Fritz schaffte er es trotz dieses schwierigen Starts dennoch bis in die Spitze des künstlerischen Lebens der Gesellschaft des deutschen Kaiserreiches aufzusteigen. Sein Bruder gewann 1871 den Wettbewerb um das Goethe-Denkmal im Tiergarten und wurde Professor der Akademie der Künste in Berlin. Er schuf das Giebelrelief der Hauptfassade des Reichstagsgebäudes, zahlreiche Standbilder und Denkmäler deutscher Landesfürsten und auch die berühmte sog. „Preußische Madonna“, eine überlebensgroße Statue der Königin Luise in der Pose der Maria mit Kind. Hugo Schaper wiederum ließ sich ebenfalls in Berlin nieder und konnte schnell viele zahlungskräftige Kunden aus Bürgertum und Adel für seine Goldschmiedearbeiten gewinnen. Er arbeitete in den verschiedenen Spielarten des Historismus und wird, nachdem er einige Jahre „Hof-Goldschmied Ihrer Kgl. Hoheit der Frau Prinzess. Friedrich Carl von Preußen“ war, spätestens 1898 zum Hofgoldschmied des Kaisers ernannt – eine Stellung, welche er bis zu seinem Tode behielt. Er unterhielt seine Werkstatt in der Potsdamer Straße 8, unweit des Potsdamer Platzes.

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