Zur Ballsaison

Ein superbes Diamant- & Platin-Diadem, Hanau & Hamburg, um 1910

Wenn im Herbst nach dem Sommer endlich wieder die Ballsaison beginnt, wenn prachtvolle Empfänge sich ankündigen oder groß gefeierte, runde Geburtstage, dann sollte nicht nur die Garderobe, sondern auch die Schmuckausstattung angemessen sein und bereit liegen. Zu manch einem Anlass mag dabei ein schönes Collier und ein eleganter Ring ausreichend sein. Doch zum wirklich großen Fest verleiht allein ein Diadem angemessene Größe und Eleganz. Diese Beobachtung oder Regel gilt nicht erst heute. Frühere Generationen waren in Schmuckfragen weit genauer, vielleicht auch sicherer, und verstanden die feinen Unterschiede der Anlässe durch ebenso feine Abstufungen des getragenen Schmucks zu betonen. Dass das Diadem (oder engl., die Tiara), dabei ihre Blüte in der Glanzzeit der sog. Belle Époque erlebte, ist sicherlich kein Zufall. Die europäische Ballkultur stand in den Jahren um 1900 auf dem Höhepunkt. Nicht nur in den Monarchien Europas glänzten die Diademe zu dieser Zeit geradezu um die Wette – in jedem Staat und jeder Stadt, ob Republik, Königreich oder Fürstentum, gab es keine Dame, die „oben ohne“ ein repräsentatives Fest besucht hätte. Ein besonders schönes Stück aus dieser Zeit liegt hier vor. Dabei begeistert das in den Jahren um 1910 entstandene Diadem nicht nur durch seine prachtvolle Ausstattung und erstklassige Verarbeitung, sondern auch durch seine im Detail nachvollziehbare Entstehung. Wir sehen einen reichen Entwurf in Formen, die ihre Herkunft aus dem Jugendstil nicht verleugnen. Große Bögen und flatternde Bänder ganz aus Platin staffeln sich wie Wellen zur Mitte des Diadems. In der Mitte des Stückes leuchtet ein großer Diamant im Altschliff von rund 1,25 Karat. Beinahe 90 funkelnde weitere Diamanten besetzen jede denkbare Oberfläche des Platins. Feinste Millegriff-Ornamente beleben neben eleganten Gravuren das Spiel von Licht und Schatten zusätzlich. Es ist ein Fest des Lichtes, das die Kombination von Diamant und Platin hier entfesselt. Als typisches Schmuckstück des frühen 20. Jahrhunderts kann das Diadem dabei nicht nur im Haar, sondern auf zweierlei Weise getragen werden. Als Diadem hält ein leicht im Haar zu befestigender Bügel aus Silber die Platinschmiedearbeit. Eine kleine Schraube und zwei Steckschlösser halten Rahmen und Schauseite zusammen. Löst man die Arbeit jedoch mit dem originalen Schraubenzieher vom Bügel, so kann die Schauseite auch als Armband getragen werden. So bietet das Stück noch mehr Möglichkeiten mit ihm zu glänzen. Ausweislich der goldgeprägten, mit Samt und Seide gefütterten originalen Box wurde das Diadem erstmals beim Hamburger Traditionsjuwelier Brahmfeld & Gutruf verkauft. Seine Punzierung zeigt zudem, dass es zuvor in der Hanauer Schmuckmanufaktur von Otto Klein & Co. entstanden war. Da letztere erst 1909 gegründet wurde, in der Zeit der Inflation nach 1918 zumindest in Deutschland jedoch eine ganze Weile keine Nachfrage mehr nach Diademen bestand, lässt sich die Arbeit neben stilistischen und technischen Gründen sehr genau in die Jahre um 1910 datieren. Die Juwelenmanufaktur von Otto Klein & Co. gehörte spätestens in den 1920er Jahren zu den erfolgreichsten Manufakturen Deutschlands. Auf der Weltausstellung 1937 in Paris wurde die Firma mit einer Goldmedaille ausgezeichnet. Ein wesentliches Merkmal der Schmuckstücke Otto Kleins ist neben der stets höchsten Qualität der Materialien auch ihre beinahe immer gegebene Wandelbarkeit. Beinahe alle Juwelen Kleins lassen sich auf unterschiedliche Weise tragen, ganz so wie die hier vorliegende Tiara. Christianne Weber: Art Deco Schmuck. Die internationale Schmuckszene der 20er und 30er Jahre, München 2000, S. 224, stellt fest, dass die Qualität der Arbeiten Kleins durchaus jener der Juwelen Cartiers derselben Zeit entspricht. Das Diadem kam im Rheinischen zu uns. Es ist erstklassig erhalten und nicht nur auf Grund seiner doppelten Tragemöglichket ein Ausnahmeobjekt. Auch seine Formgebung hat uns sehr gut gefallen, da bei aller Prachtentfaltung doch ein geradezu hanseatisches Understatement bewahrt. Wir freuen uns sehr, es Ihnen hier anbieten zu können.

Der Juwelier Brahmfeld & Gutruf wurde 1743 von dem Gold- und Silberschmied Hinrich Brahmfeld in Hamburg gegründet und gilt als das älteste noch bestehende deutsche Juwelierunternehmen. Könige, Zaren, Popstars und die Größen der deutschen und insbesondere der Hamburger Gesellschaft gingen seither in dem Hause ein und aus. Schon 1750 belieferte Brahmfeld den russischen Zaren, doch aus hanseatischen Kaufmannsstolz lehnte es die Unternehmerfamilie stets ab, königlicher Hoflieferant zu werden. Heute residiert das Haus am Neuen Wall im Hamburg. Die Schmuckmanufaktur von Otto Klein & Co wurde 1909 in Hanau gegründet als „Hersteller für feine Juwelen, Weißjuwelen und Goldarbeiten“. 1937 wurde die Firma mit einer Goldmedaille auf der Pariser Weltausstellung ausgezeichnet, auch an der Brüsseler Weltaustellung von 1958 nahmen sie teil. Die Firma besteht bis heute und beliefert u.a. den Münchner Juwelier Hemmerle.

Wir möchten, dass Sie zu 100% zufrieden sind! Daher begutachten, beschreiben und fotografieren wir alle unsere Schmuckstücke mit größter Sorgfalt.

Bei unseren Bewertungen des antiken Schmucks können Sie sich auf unsere jahrelange Erfahrung im Handel sowie unsere Expertise als studierte Kunsthistoriker verlassen. Als Mitglied in verschiedenen Händlerorganisationen sowie der britischen Society of Jewellery Historians haben wir uns hier zu größter Exaktheit verpflichtet. In unseren Beschreibungen weisen wir stets auch auf etwaige Altersspuren und Defekte hin, die wir auch in unseren Fotos nicht verbergen - damit Sie, wenn unser Paket zu Ihnen kommt, keine unangenehmen Überraschungen erleben müssen.

Sollten Sie aus irgendeinem Grund doch einmal nicht zufrieden sein, nehmen Sie bitte mit uns Kontakt auf und wir finden umgehend eine gemeinsame Lösung. Unabhängig davon können Sie innerhalb von 30 Tagen jeden Artikel zurückgeben und wir erstatten Ihnen den vollen Kaufpreis.


5 Gründe, die Sie zum Strahlen bringen