Schönheit und Verführung

Aufregende Jugendstil-Brosche von Karl Rothmüller, München 1898

Funkelnd und schön blickt sie und entgegen, die seit ewigen Zeiten ebenso gefürchtete und bewunderte Verführerin: Die hier vorliegende Brosche des deutschen Jugendstils zeigt uns eine Schlange, die argwöhnisch und eifersüchtig einen Zweig voller praller köstlicher und kostbarer Früchte bewacht. Schmuck mit Schlangenmotiv hat eine mehrere Tausend Jahre alte Tradition. Die alten Ägypter kannten diese symbolischen Schmuckstücke, ebenso wie die Griechen, Römer und Kelten. Der Schlange waren und sind in den unterschiedlichen Kulturkreisen dabei ganz verschiedene Bedeutungen zugeschrieben. Einerseits galt sie als gefährlich durch ihr Gift und ihre List und wurde gemieden als Verführerin von Adam und Eva – andererseits bewunderte man sie für zahlreiche ihr zugeschriebene Fähigkeiten. Die Schlange verehrte man in der Antike als Symbol des ewigen Lebens, als klügstes Tier und Symboltier des Gottes der Medizin, Asklepios. Karl Rothmüller, der die hier vorliegende Brosche im Jahr 1898 entwarf und fertigte, hatte alle diese Assoziationen im Hinterkopf und schuf ein Schmuckstück voller Verführung und Schönheit. Die Schlange selbst ist aus Silber gebildet. Rubine besetzen ihr Haupt und ihre Augen. In ihrem Maul trägt sie einen Zweig aus Gold, an dem drei große barocke Perlen wie Früchte einer geheimnisvollen Pflanze schimmern. Sind es die Früchte vom Baum der Erkenntnis, der schon Adam und Eva zum Verhängnis wurde? Will die Schlange und verführen oder ihre Beute vor uns verteidigen? Rothmüller (1860–1930) war einer der wichtigsten Goldschmiede und Juweliere des Münchner Jugendstils, Königlich Bayerischer Hoflieferant und Professor der bildenden Künste. Der „Münchner Lalique“ schuf zahlreiche kostbare Schmuckstücke, welche das Motiv der Schlange in immer neuen Variationen aufgreifen. Dabei zeichnet seine Werke nicht nur die noch im Detail meisterhafte Verarbeitung und die Wahl hochwertigster Materialien aus, sondern stets auch die geheimnisvolle und untergründige Symbolik. Das von ihm gegründete Unternehmen besteht bis heute in der Brienner Straße 10. Die Brosche findet sich neben weiteren Arbeiten Rothmüllers abgebildet in Kunst und Handwerk, Zeitschrift des Bayerischen Kunstgewerbevereins zu München, 47 (1897/98), H. 11 (1898), S. 402. Zu Rothmüller und seinen Schlangenschmuckstücken vgl. u.a. Graham Dry: Münchner Schmuck 1900–1940, Ausst. Kat. Bayerisches Nationalmuseum München, München 1990, S. 42–48 sowie zum Motiv der Schlange im Schmuck auch Suzanne Tennenbaum & Janet Zapata: The Jeweled Menagerie. The World of Animals im Gems, New York 2001, S. 40–45.

Eine besondere Strömung innerhalb der Kunst der Jahrhundertwende war der sog. Symbolismus. Formal eng mit dem Jugendstil verwand, prägten vorwiegend belgische Künstler wie Fernand Khnopff oder Félicien Rops diesen Stil, doch schufen auch Künstler aus Frankreich wie Gustave Moreau oder Odilon Redon und Deutschland wie Max Klinger Werke, die sich dem Symbolismus zuordnen lassen. Gemeinsam ist den Gemälden, Graphiken, Zeichnungen und Schmuckentwürfen dieser Epoche, dass die Entwürfe auf den ersten Blick oft befremden oder gar abstoßen, da mit Vorliebe verrätselte und ungewöhnliche Motive verwendet wurden. Schlangen, Käfer, Totenschädel und teilnahmslos blickende Gesichter bevölkerten die Leinwände, um die Betrachter zum Nachdenken über das Leben, die Religion, Metyphysik und das Wesen der Natur anzuregen, getreu dem Kernsatz des sog. Symbolistischen Manifests von 1886: „Die wesentliche Eigenschaft der symbolistischen Kunst besteht darin, eine Idee niemals begrifflich zu fixieren oder direkt auszusprechen“.

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