Geh mir aus der Sonne!

Eindrucksvolle Achat-Kamee in einer Fassung im Holbein-Stil, um 1870


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Eindrucksvolle Achat-Kamee in einer Fassung im Holbein-Stil, um 1870
Eindrucksvolle Achat-Kamee in einer Fassung im Holbein-Stil, um 1870
Beschreibung
Diese fein gearbeitete Kamee aus Achat zeigt eine Szene aus der antiken Überlieferung: die Begegnung des Diogenes mit Alexander dem Großen, begleitet von seinem Gefolge. Diogenes, einer der bekanntesten Philosophen der klassischen Antike, lebte in bewusster Einfachheit und radikaler Unabhängigkeit von gesellschaftlichen Konventionen. Nicht in einem Palast, sondern im Freien, der Sonne zugewandt, genügsam und frei von Besitz hauste er in einem alten Weinfass. Als Alexander ihn besuchte, bot er ihm an, jeden Wunsch zu erfüllen. Doch Diogenes, unbeeindruckt von Macht und Reichtum, antwortete lediglich: „Geh mir aus der Sonne.“ In diesem ebenso schlichten wie tiefgründigen Satz verdichtet sich die Philosophie des Kynikers: Wahres Glück liegt demzufolge weder in Besitz noch in Macht, sondern in innerer Freiheit und Genügsamkeit. Die Szene stellt damit auf eindrucksvolle Weise zwei Lebensentwürfe gegenüber und stellt die zeitlose Frage, worin wahre Größe besteht. Mit großer erzählerischer Dichte ist diese Begegnung im Relief dieser Kamee gestaltet. Links Diogenes, auf dem nackten Boden sitzend, nur mit Tuch und Sandalen bekleidet. Rechts Alexander mit seinem Gefolge in eleganter Rüstung. Wie es mitunter bei antiken Kameen zu finden ist, hat der Gemmenschneider das Thema der Kamee in griechischen Lettern unter der Szene vermerkt: „Διογένης“ – „Diogenes“. Gerahmt wird die Kamee von einer aufwändigen Goldfassung, die sich aus Beschlagwerk und Rollwerk zusammensetzt und die reich mit vielfarbigem Email verziert ist. In ihrer Ornamentik greift sie die Formensprache der Renaissance der Jahre um 1600 auf, den sogenannten „Holbein-Stil“. Der Goldschmied hat dazu einen kostbaren Besatz kombiniert, bestehend aus zwei unbehandelten Rubinen aus Burma, einem kleinen Diamanten im Altschliff und zwei natürlichen Salzwasserperlen. Der kostbar ausgestattete und ebenso kostbar ausgeführte Anhänger vereint die Ästhetik der Renaissance mit einem großen philosophischen Gedanken. Ein wahres Kunstkammerstück! Zu uns kam das sammelwürdige Objekt aus München.
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Schmuck in Renaissanceformen mit reicher Emaillierung ist ein besonders kostbares Sammelgebiet. Nur wenige dieser wertvollen Stücke sind ohne Beschädigungen und Fehlstellen über die Zeitläufte zu uns gekommen – umso größer ist das Glück, eines dieser seltenen Zeugnisse zu finden. Besonders im 19. Jahrhundert wurden Entwürfe in dieser Technik vielfach umgesetzt. In Frankreich entstand seit den 1850er Jahren eine Begeisterung für die Epoche von François I. und Henri II., die man als Zeitalter patriotischer Größe verstand. François-Désiré und Émile Froment-Meurice schufen Schmuckstücke zu Themen wie der „Toilette der Venus“, die zugleich gelehrt auf die Antike verwiesen und doch auf heitere Weise auch die Interessen des diesseitigen Lebens nicht außer Acht ließen. Andere Goldschmiede wie Boucheron, Falize und Wièse folgten – und im Jahr 1871 galt Paris dem Art Journal bereits als Hauptstadt des Emails. In Großbritannien nahm die Entwicklung einen ähnlichen Verlauf. Auch hier galt die Renaissance als Nationalstil, da sie auf die glanzvolle Epoche von Heinrich VIII. und Elisabeth I. verwies. John Brogden und Carlo Giuliano fertigten in London in den 1860er Jahren Entwürfe, die sich an den Schmuckstücken auf den Gemälden Hans Holbeins orientierten – weshalb der Stil auch „holbeinesque“ genannt wurde. Queen Victoria galt als neue Königin Elisabeth, und Schmuck, der diese Vergangenheit mit der Gegenwart verband, wurde zum Ausdruck patriotischen Stolzes. In Deutschland schließlich wurde Schmuck in Renaissanceformen unter dem Begriff des „Altdeutschen Stils“ modern. Hier berief man sich seit den 1870er Jahren auf die Dürerzeit. Juweliere wie Hugo Schaper in Berlin und August Kleeberg in Wien fertigten hochwertigen Schmuck im Stil der Renaissance – ebenso wie ihre Kollegen in Paris und London, reich ausgestattet mit farbigem Email. Die ohnehin eher behaupteten als tatsächlichen Unterschiede der jeweiligen Nationalstile verschwammen zum Ende des Jahrhunderts zunehmend. Schmuck mit kunstvollem Email jedoch blieb noch lange in Mode – denn auch die Künstler des Jugendstils, etwa René Lalique, bedienten sich gern dieser Technik, wenngleich nun in einer ganz eigenen, modernen Formensprache.
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Unser Versprechen
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Bei unseren Bewertungen des antiken Schmucks können Sie sich auf unsere jahrelange Erfahrung im Handel sowie unsere Expertise als studierte Kunsthistoriker verlassen. Als Mitglied in verschiedenen Händlerorganisationen sowie der britischen Society of Jewellery Historians haben wir uns hier zu größter Exaktheit verpflichtet. In unseren Beschreibungen weisen wir stets auch auf etwaige Altersspuren und Defekte hin, die wir auch in unseren Fotos nicht verbergen – damit Sie, wenn unser Paket zu Ihnen kommt, keine unangenehmen Überraschungen erleben müssen.

Sollten Sie aus irgendeinem Grund doch einmal nicht zufrieden sein, nehmen Sie bitte mit uns Kontakt auf und wir finden umgehend eine gemeinsame Lösung. Unabhängig davon können Sie innerhalb von einem Monat jeden Artikel zurückgeben und wir erstatten Ihnen den vollen Kaufpreis.

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