Nuptias in temporibus antiquis

Musealer Goldring mit Siegelstein aus Achat, 1. Jhd. n. Chr.

Beinahe 2000 Jahre alt ist der vorliegende Ring, der im Rom der Kaiserzeit als Zeichen der Verlobung getragen wurde. Beinahe wie ein kleines Wunder erscheint es daher, das sich der Ring über all die Jahrhunderte erhalten hat und heute kaum verändert vor uns liegt. Im alten Rom war es Brauch, beim Abschluss eines Vertrages Ringe auszutauschen, auch als Zeichen eines Eheversprechens. Laut Plinius bestanden diese als „annulus pronubus“ bezeichneten Ringe ursprünglich aus Eisen und zeigten keinerlei Schmuck. In den ersten nachchristlichen Jahrhunderten jedoch wurde von allen, die es sich leisten konnten, Ringe aus Gold verwendet, die häufig mit Gemmen geschmückt waren. Sinnbild dieses Eheversprechens war die Darstellung der sogenannten dextrarum iunctio. Als zentraler Bestandteil der römischen Hochzeitsrituals reichen sich die Eheleute in dieser Geste die rechten Hände als Zeichen der dauernden Loyalität im gemeinsamen Leben. Ein Beispiel für diesen Brauch zeigt ein um 160 n. Chr. entstandener, antiker Sarkophag aus dem Museum des Palazzo Ducale in Mantua, den wie hier neben dem Ring abbilden. In späterer Zeit wurde das Motiv häufig auf zwei Hände reduziert und lebe in den sogenannten „Mani in Fede“ bis in unsere Zeit fort. Der vorliegende Ring ist ein exzellentes Beispiel für diese typische Form des römischen Verlobungsringes. Vermutlich im 1. nachchristlichen Jahrhundert entstanden, zeigt der Ring eine fein geschnittenes Intaglio aus Lagensteinachat mit der dextrarum iunctio. Da es sich um einen Siegelstein handelt, ist die Szene seitenverkehrt und erst im Abdruck reicht sich das Paar die rechten Hände. Die Frau trägt die typische Flavische Frisur mit hoher Stirnlocke und Knoten im Nacken. Im Kunsthistorischen Museum in Wien existiert ein ganz vergleichbares Stück, das vermutlich Domitian und seine Gattin Domitia zeigt, vgl. unsere zweite Abbildung. Beide Eheleute halten eine Getreideähre in den Händen als Zeichen für die Fruchtbarkeit der Ehe. Während römische Steinschnitte relativ häufig die Jahrtausende überstanden haben sind Exemplare mit ihrer originalen Fassung und Schiene echte Raritäten. So ist es ein besonders Glück, dass sich in unserem Fall der Ring in seiner Gesamtheit erhalten hat. Die schlichte Schiene besteht aus beinahe reinem Gold und ist in typisch römischer Art hohl gearbeitet. Literatur: Diana Scarisbrick: Rings. Jewelry of Power, Love and Loyality, London 2007, S. 58-61. Ein vergleichbares Stück findet sich im online verfügbaren Katalog des British Museums: F. H. Marshall: Catalogue of the finger rings, Greek, Etruscan, and Roman, London 1907, Nr. 271 / Pl XII, sowie in der Sammlung des Kunsthistorischen Museums Wien, vgl. Erika Zwierlein-Diehl: Antike Gemmen und ihr Nachleben, Berlin/New York 2007, S. 427 und Taf. 119, Abb. 568. Provenienz: Vom Vorbesitzer in den 1970er Jahren erworben im „Kölner Münzkabinett“.

Antike Gemmen und Kameen zu besitzen war über Jahrhunderte der Anspruch beinahe aller großen Sammlungen, vom Grünen Gewölbe in Dresden angefangen über die Schatzkammer Rudolf II. bis hin zu großen privaten Sammlungen wie die des Baron von Stosch in späterer Zeit. Das 18. und 19. Jahrhundert brachte zahlreiche große Abdrucksammlungen antiker Siegelsteine und Gemmen hervor, die die antike Bildsprache der Glyptik beinahe in ihrer Gesamtheit darstellen konnten.

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