Wunderbare Dinge

Plastische Achat-Kamee als Brosche in Gold, Frankreich um 1870

Ägypten, das geheimnisvolle Land der Pyramiden, begeistert und fasziniert bis heute. Jede Epoche, jedes Jahrhundert entdeckte den Nil und das Reich der Pharaonen für sich neu. In der Antike schon schmückte sich Rom mit Obelisken und Statuen aus Alexandria. Durch Napoleons Feldzug 1798 erreichten erneut Kunstgegenstände in nie gekannter Detailfülle Frankreich und Europa. Neue Forschungen entschlüsselten die Hieroglyphen und erste wissenschaftliche Ausgrabungen begannen, den Gräbern der Pharaonen ihre Geheimnisse zu entlocken. Zur Mitte des 19. Jahrhunderts erreichte die Ägyptenbegeisterung einen neuen Höhepunkt. Grund für das mediale Interesse war der Bau des Suez-Kanals durch eine Ägyptisch-Französische Aktiengesellschaft. Schnell entwickelte sich der neue Verkehrsweg – noch bevor er 1869 überhaupt eröffnet worden war – zu einem wahren Politikum. Das britische Empire und das Kaiserreich von Frankreich standen sich feindselig gegenüber. Es ging um Einfluss und Macht in Afrika und Arabien. Ägypten war in aller Munde und wurde gepriesen als Quell des Wohlstandes, Ort exotischer Kultur und verführerischer Geheimnisse. Die hier vorliegende, erstklassige Kamee ist ein Kind dieser Ägyptenbegeisterung um 1870. Wir sehen einen Sphinx, halb Löwe, halb Mensch, in Frontalansicht. Als Symbol der Ewigkeit, der Unsterblichkeit und des Rätselhaften war dieses Motiv wie kein anderes geeignet, die Fremde und zugleich anziehende Kultur Ägyptens auf einen leicht zu erkennenden Nenner zu bringen. Neben dem Skarabäus ist die Sphinx daher das mit Abstand beliebteste Motiv der Ägyptenmode um 1870 geworden. Hier nun zeichnet sich das Antlitz mit schönen Details in dunklem Braun klar vor dem Weiß des Hintergrundes ab. Perfekt hat der Steinschneider hier aus dem in Lagen gewachsenen Stein Bild und Hintergrund voneinander getrennt. Eine goldene Kobra schmückt das Kopftuch des Sphinx und lässt die Gemme so zu einer sog. „Camée habillé“, einer „bekleideten Gemme“ werden. Der wunderbare Steinschnitt ist in eine breite Fassung aus Gold gesetzt und kann so als Brosche getragen werden. Die Punzierung der Fassung verrät, dass das Stück in Frankreich entstand. Wollen Sie sich auch durch das berühmte, geheimnisvolle Lächeln des Sphinx bezaubern lassen? Vielleicht ergeht es Ihnen ja wie uns. Denn als wir die Brosche entdeckten, mussten wir spontan an den Ausruf Howard Carters denken, als dieser 1922 die Grabkammer Tutanchamuns betrat: „Können Sie etwas sehen, Mr. Carter?“ - "Ja, ich sehe wunderbare Dinge!"

In der Schmuckgestaltung haben manche Motive, Stile und Themen einen solch bleibenden Einfluss, dass sie von Juwelieren und Goldschmieden noch nach Jahrhunderten oder gar Jahrtausenden wieder aufgenommen werden. In besonderem Maße trifft dies auf die Wiederaufnahme altägyptischer Motive im sogenannten Egyptian Revival zu. Nach Napoleons gescheitertem Feldzug des Jahres 1798 verbreiteten sich die Formen der Kunst des Pharaonenreichs in Europa und darüber hinaus. Eine nächste Wiederaufnahme-Welle wurde vor allem auf den Weltausstellungen von London und Paris in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts gezeigt. Der letzte bedeutende Einflussschub erfolgte in der Ära des Art Déco, als 1922 die spektakulären Schätze aus dem Grab des Pharao Tutenchamun die staunende Weltöffentlichkeit begeisterten. So finden sich aus jenen Jahren Juwelen jeder Preisklasse, die von der Begeisterung für das alte Ägypten erzählen, angefangen von einfachen Glasketten mit Skaraben und Mumiendarstellungen bis hin zu in Diamant geschnittene Hieroglyphen aus dem Hause Cartier.

Wir möchten, dass Sie zu 100% zufrieden sind! Daher begutachten, beschreiben und fotografieren wir alle unsere Schmuckstücke mit größter Sorgfalt.

Bei unseren Bewertungen des antiken Schmucks können Sie sich auf unsere jahrelange Erfahrung im Handel sowie unsere Expertise als studierte Kunsthistoriker verlassen. Als Mitglied in verschiedenen Händlerorganisationen sowie der britischen Society of Jewellery Historians haben wir uns hier zu größter Exaktheit verpflichtet. In unseren Beschreibungen weisen wir stets auch auf etwaige Altersspuren und Defekte hin, die wir auch in unseren Fotos nicht verbergen - damit Sie, wenn unser Paket zu Ihnen kommt, keine unangenehmen Überraschungen erleben müssen.

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