Blühendes Leichtgewicht

Seltenes Mikromosaik in Aluminium, gefasst in vergoldetes Silber, 1860er Jahre & später


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Seltenes Mikromosaik in Aluminium, gefasst in vergoldetes Silber, 1860er Jahre & später
Seltenes Mikromosaik in Aluminium, gefasst in vergoldetes Silber, 1860er Jahre & später
Beschreibung
Eine aus heutiger Sicht sehr überraschendes Kapitel der Schmuckgeschichte ist die Verwendung von Aluminium im Schmuck des 19. Jahrhunderts. Das heute eher preisgünstige Metall wurde zur Mitte des 19. Jahrhunderts etwa zum doppelten Preis von Gold gehandelt. Es zu gewinnen war kompliziert und es zu verarbeiten ebenso: Perfekte Voraussetzungen also, um zu einem begehrten Schmuckmaterial zu werden. Erstmals betrat Aluminium bei der Weltausstellung 1855 in Paris die große Bühne: Napoleon III. erwarb eine Parure aus dem neuartigen Material, das meist zu Sternen oder Blüten gegossen und dann graviert wurde. Da sich Aluminium nicht löten ließ, fasste man es wie kostbare Edelsteine in Rahmen aus Gold. Ein ganz typisches Armband in diesem Stil befindet sich heute in der Sammlung des British Museum, Inv. Nr. 1991,0106.1. Auch Queen Victoria besaß ein Armband aus dem modernen Material. In den 1860er Jahren behielt Aluminium zunächst seinen Rang als besondere Kostbarkeit, und Schmuck aus dieser Zeit ist selten. In den folgenden Jahrzehnten verfiel der Preis allerdings, parallel mit der Entdeckung neuer Methoden, das Metall zunehmend leichter und in größerem Maßstand herzustellen. Doch auch zum Ende des 19. Jahrhunderts entstand noch Schmuck aus Aluminium, nun jedoch meist in vergoldetes Metall eingefasst und als eine Art preiswerterer Modeschmuck. Die hier vorliegende Brosche fasst eine Plakette aus Aluminum aus der frühen Phase seiner Verwendung in Schmuck. In ihrer Mitte ist vertieft ein Mikromosaik eingesetzt. Das Mosaik zeigt einen reicht gefüllten Blumenkorb. Dicht an dicht sind Rosen gesetzt, in verschiedenen Schattierungen von Rosa, Rot und Weiß. Dazwischen blaue Blüten, rote Beeren und gefederte grüne Blätter. Der Korb, aus gelbem Weidengeflecht, steht auf einer grünen Schale. Diese Art des Mikromosaiks ist ganz typisch für das mittlere 19. Jahrhundert, was zusätzlich hilft, die Plakette zu datieren. Die Platte aus Aluminium, in welche das Mosaik vertieft eingesetzt ist, ist am Rand ringsum leicht abgeschrägt und dort graviert. Unsere Goldschmiede haben eine Fassung aus vergoldetem Silber hinzugefügt, um die Platte als Brosche tragbar werden zu lassen. Zudem ergänzt der warme Glanz des Goldes das Schmuckstück in genau der Weise, wie Schmuck mit Aluminium auch in seiner Entstehungszeit gefasst war. Zur Geschichte des Schmucks aus Aluminium vgl. Charlotte Gere/Judy Rudoe: Jewellery in the Age of Queen Victoria, London: British Museum Press 2010, S. 204f., sowie Shirley Bury: Jewellery 1789–1910. The international Era, 2. Bde., Woodbridge 1991, hier Bd. 1: 1789–1861, S. 351–353.
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Der Ursprung der Kunst des Mikromosaiks liegt in Rom. Hier, genauer im Vatikan, bestand seit dem 16. Jahrhundert eine Werkstatt für Mosaike aus Glassteinen. Zunächst, um die im Petersdom aufgestellten Altargemälde in dauerhafter Form gegen Kerzenruß, Feuchtigkeit und Dreck zu schützen, welche die vielen Pilger in die Kirche brachten. Später, nachdem diese Aufgabe dann abgeschlossen war, entstanden weiterhin Gemäldekopien sowie Landschaftsdarstellungen in Gemäldegröße. Die Idee, diese letztlich antike Technik auch für Schmuckstücke und zur Dekoration kunstgewerblicher Gegenstände zu nutzen, entstand zum Ende des 18. Jahrhunderts. Im Rahmen der Grand Tour erreichten zahllose Reisende aus Nordeuropa die Stadt und erzeugten eine große Nachfrage nach Souvenirs. Nicht zuletzt um diesen Markt zu bedienen, entstand eine ganz neue Kunstform: Mikromosaike sind klein und transportabel und eigneten sich daher ganz besonders dazu, mit in die Heimat im Norden genommen zu werden. Da sie außerdem meist die Schönheiten Roms oder Motive aus der Antike zeigen, verwundert ihr Erfolg als Reiseerinnerung kaum. Die „Erfindung“ des Mikromosaiks verbindet sich vor allem mit Giacomo Raffaelli und Cesare Aguatti, welche um das Jahr 1775 herum diese Technik perfektionierten. Sie begründeten eine Tradition, aus der bis zum Ende des 19. Jahrhunderts Mosaike mit einem derartigen Detailreichtum und Kunstfertigkeit entstanden, welche nie zuvor und auch nicht mehr danach erreicht wurde. Denn bis heute werden in Rom entsprechende Mosaike hergestellt, wenn auch in deutlich minderer Qualität. Vgl. zur Technik und Geschichte des Mikromosaiks die einschlägige Literatur: Maria Grazia Branchetti: Mosaici minuti romani, Rom 2004, mit vielen Arbeiten Giacomo Raffaellis, sowie Roberto Grieco/Arianna Gambino: Roman Mosaic. L’arte del micromosaico fra ’700 e ’800, Mailand 2001.
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Unser Versprechen
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