Rosenfenster

Zarte Brosche mit Altschliff-Diamanten in Platin, um 1910

Entwürfe wie der vorliegende wurden im frühen 20. Jahrhundert treffend als „dessins dentelles“ bezeichnet: Denn so leicht und filigran wirkten sie, dass sie an feine Spitze erinnerten. Ermöglicht wurde diese Feinheit mithin erst durch die Nutzung von Platin, welches in der Belle Époque seinen Siegeszug antrat. Seine besondere Härte erlaubte es, die Menge des benötigten Metalls bei gleichzeitiger Stabilität zu reduzieren – so gelangten die Goldschmiede zu filigranen Entwürfen, die in reinem Gold oder Silber nicht möglich waren. Kein anderer Edelstein wurde so gern in diesen Kreationen gefasst wie der Diamant, dessen Glanz und weiße Farbe den ätherischen Eindruck erst vervollkommnen konnte. Insgesamt etwa 4,17 ct Altschliff-Diamanten wurden auch in der vorliegenden Brosche verwendet und besetzen die gesamte Oberfläche bis auf die feinen sog. Messerstege, welche die einzelnen Elemente des konzentrisch aufgebauten Entwurfs millimeterfein verbinden. Wie auch immer die Brosche zum Licht steht, stets fängt zumindest einer der Diamanten es ein, um es strahlend zurückzuwerfen. Feinste Millegriffes säumen zudem die Stege und Fassungen der Diamanten, lassen die Brosche noch detaillierter erscheinen. Wie ein gotisches Rosenfenster mutet der Entwurf an, oder wie ein zartes taubesetztes Spinnennetz; Assoziationen, welche der Zeit, die alles Träumerische und Ätherische liebte, nicht fremd waren. So wirkt die Brosche, als könne sie kaum von Menschenhand geschaffen worden sein – und doch wurde sie, ganz weltlich, einst zu festlichen Soirées und Bällen ausgeführt, denn Diamantschmuck war dem Abend und damit der neuen elektrischen Beleuchtung vorbehalten, welche die Weißjuwelen leuchten und funkeln ließ wie niemals zuvor.

Mit der Erfindung des Gaslichtes und dann des elektrischen Lichtes zum Ende des 19. Jahrhunderts erfüllte mit einem Mal gleißende Helligkeit die Ballsäle Europas. Kein dunkles, gelbes Kerzenlicht mehr, sondern das weiße Leuchten hunderter Lampen ließ den Schmuck der Damen glänzen und glitzern wie nie zuvor. Kein Wunder, dass in der Folge dieser Entwicklungen auch eine neue Mode entstand: Weißjuwelen aus Diamanten und Silber antworteten auf die neuen Lichtverhältnisse und lösten die bisherigen farbigeren Entwürfe ab. Überhaupt wurde der Schmuck zunehmend reicher mit funkelnden Edelsteinen ausgefasst, um ein immer luxuriöseres und reicheres Erscheinungsbild zu schaffen. Auf den großen Bällen in Paris, London und St. Petersburg wurden immer prachtvollere Diamantcolliers präsentiert, zudem Tiaren, Broschen und Ringe, allesamt Träume in weißen Diamanten. Der Name der Epoche, die Belle Époque, zeigt noch heute das Ziel dieser Zeit an: In Schönheit zu glänzen. Doch auch in den folgenden Dekaden blieb die Mode weißen Schmucks aktuell, bis hin zum Art Déco der 1920er Jahre. Allein die Materialien der Fassungen wandelten sich. Das schnell anlaufende Silber wurde zunächst durch Platinauflagen ersetzt und später durch Schmuck ganz aus Platin bzw. dem kurz vor dem Weltkrieg entwickelten Weißgold.

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