Freudige Blüten

Antike Diamantbrosche mit „en tremblant“ gelagerter Blüte, um 1880

„En tremblant“ ist Französisch und bedeutet „zitternd“. Dieser Terminus bezeichnet eine besondere Form der Schmucktechnik, bei der einzelne Teile eines größeren Schmuckstückes, meist Blüten oder Blätter einer Brosche, auf kleinen Federn gelagert werden. Diese Technik wurde zu Beginn des 19. Jahrhunderts entwickelt. Diese Schmuckstücke vibrieren, zittern leicht und kontinuierlich durch ihre gefederte Lagerung – das Ergebnis ist ein spektakuläres Spiel mit dem Licht, ein wahres Funkeln der Edelsteine und kostbaren Metalle. Das hier vorliegende Schmuckstück nutzt diese Technik für einen ganz besonderen Anblick. Wir sehen einen große Blütenzweig, der über und über im Licht von 3,10 ct Diamanten funkelt. Die große Blüte ist dabei „en tremblant“ gelagert, d.h., sie zittert und vibriert bei jeder Bewegung ihrer Trägerin und die Diamanten gewinnen bei jedem neuen Lichteinfall an Brillanz. Auch unterstützt die gefederte Lagerung der Blüten die Naturnähe und den Realismus des Entwurfes. Die Brosche, deren Vorderseite aus Silber besteht, ist rückseitig mit Gold vebödet, um auf der Kleidung nicht dunkel abzufärben. Sie ist ausweislich ihrer Verarbeitung und ihres typischen Naturalismus der Form in den Jahren um 1880 entstanden. Wir haben sie in Großbritannien entdeckt; sie ist erstklassig erhalten. Vgl. zur Datierung und Gestalt David Bennet und Daniela Mascetti: Understanding Jewellery, Woodbridge 2010, S. 204–208 bzw. S. 238.

Mit der Erfindung des Gaslichtes und dann des elektrischen Lichtes zum Ende des 19. Jahrhunderts hatte mit einem Mal gleißende Helligkeit die Ballsäle Europas erfüllt. Kein dunkles, gelbes Kerzenlicht mehr, sondern das weiße Leuchten hunderter Lampen ließ den Schmuck der Damen glänzen und glitzern wie nie zuvor. Kein Wunder, dass in der Folge dieser Entwicklungen auch eine neue Mode entstand: Weißjuwelen aus Diamanten und Silber antworteten auf die neuen Lichtverhältnisse und lösten die bisherigen farbigeren Entwürfe ab. Überhaupt wurde der Schmuck zunehmend reicher mit funkelnden Edelsteinen ausgefasst, um ein immer luxuriöseres und reicheres Erscheinungsbild zu schaffen. Auf den großen Bällen in Paris, London und St. Petersburg wurden immer prachtvollere Diamantcolliers präsentiert, zudem Tiaren, Broschen und Ringe, allesamt Träume in weißen Diamanten. Der Name der Epoche, die Belle Époque, zeigt noch heute das Ziel dieser Zeit an: In Schönheit zu glänzen. Doch auch in den folgenden Dekaden blieb die Mode weißen Schmucks aktuell, bis hin zum Art Déco der 1920er Jahre. Allein die Materialien der Fassungen wandelten sich. Das schnell anlaufende Silber wurde zunächst durch Platinauflagen ersetzt und später durch Schmuck ganz aus Platin bzw. dem kurz nach dem Weltkrieg entwickelten Weißgold.

Wir möchten, dass Sie zu 100% zufrieden sind! Daher begutachten, beschreiben und fotografieren wir alle unsere Schmuckstücke mit größter Sorgfalt.

Bei unseren Bewertungen des antiken Schmucks können Sie sich auf unsere jahrelange Erfahrung im Handel sowie unsere Expertise als studierte Kunsthistoriker verlassen. Als Mitglied in verschiedenen Händlerorganisationen sowie der britischen Society of Jewellery Historians haben wir uns hier zu größter Exaktheit verpflichtet. In unseren Beschreibungen weisen wir stets auch auf etwaige Altersspuren und Defekte hin, die wir auch in unseren Fotos nicht verbergen - damit Sie, wenn unser Paket zu Ihnen kommt, keine unangenehmen Überraschungen erleben müssen.

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